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Nach der Steuerberaterprüfung ist vor der Steuerberaterprüfung

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Die schriftliche Steuerberaterprüfung ist geschafft. Doch nun wartet die mündliche Prüfung. Wann und wie bereitet man sich am besten auf sie vor? Welche Besonderheiten gilt es zu beachten? Wir klären auf!

Die mündliche Steuerberaterprüfung

Habe ich bestanden oder bin ich durchgefallen? Es gibt wohl kaum einen Prüfling, der sich diese Frage nicht schon einmal gestellt hat. Besonders die Steuerberaterprüfung wird wegen ihrer zahlreichen und komplexen Prüfungsinhalte gefürchtet und gilt als eine der schwierigsten Abschlussprüfungen in Deutschland. Hohe Durchfallquoten belegen das, sprechen aber auch für eine unzureichende und falsche Vorbereitung. Die mündliche Prüfung geht mit 50% in die Bewertung ein und unterscheidet sich stark vom ersten, schriftlichen Teil. Dabei wird besonders die Vorbereitung von vielen Kandidaten unterschätzt. Obwohl die mündliche Examensprüfung als nicht so knifflig wie die schriftliche empfunden wird, ist sie dennoch sehr umfangreich und gilt als überaus komplex. Eine intensive Vorbereitung auf die speziellen Erfordernisse ist daher essenziell. Mit Hilfe dieses nachfolgenden Leitfadens zeigen wir Ihnen, wie Sie auch den letzten Schritt zum Berufsexamen erfolgreich meistern.

Tipp

Im Anschluss an die schriftlichen Examensprüfungen bereiten wir Sie an insgesamt 8 Samstagen auf die speziellen Anforderungen der mündlichen Steuerberater-Prüfung vor. In den steuerrechtlichen Fachgebieten werden insbesondere die für den mündlichen Examensteil relevanten und häufig wiederkehrenden Themen behandelt.

Prüfung bestehen: Rechtzeitig und effektiv vorbereiten!

Die Steuerberaterprüfung gliedert sich in einen schriftlichen Teil sowie eine mündliche Prüfung ( § 37 Abs. 2 StBerG).

Nach Ablegen der schriftlichen Examensprüfung folgt das Warten auf die Ergebnisse. Nur die wenigsten Examenskandidaten setzen sich unmittelbar im Anschluss mit der Vorbereitung auf die noch kommende mündliche Prüfung auseinander. Verständlich, wenn man bedenkt, dass die Vorbereitung auf den ersten Teil der Examensprüfung eine nicht nur nervliche sondern auch körperliche Belastung darstellt. Da ist es nicht verwunderlich, dass es vielen Kandidaten schwerfällt, sich über einen Zeitraum, der sich weit über ein Jahr hinaus strecken kann, weiterhin zu motivieren.

Erschwerend kommt hinzu, dass manche die Unsicherheit plagt, ob sie den ersten Prüfungsteil überhaupt bestanden haben. Denkbar schwer fällt es einem genau diese Zeit der Ungewissheit für’s Lernen zu nutzen, anstatt sich erst einmal eine Auszeit zu nehmen. Wenn man sich diesbezüglich zu viel Zeit nimmt, kann es für eine intensive und effektive Vorbereitung schon zu spät sein und es bleiben einem dann nur noch wenige Wochen zwischen Ladung und Prüfung.

Zulassung und Ladung

Sie werden zur mündlichen Steuerberaterprüfung zugelassen, wenn Sie im schriftlichen Teil mindestens eine Gesamtnote von 4,5 erreichen. Die Gesamtnote wird auf zwei Dezimalstellen berechnet. Die dritte Dezimalstelle fällt weg.

Wann wird die Ladung zugestellt?

Die Einladung zur mündlichen Prüfung wird Ihnen per Post zugestellt. In der Regel erhalten Sie diese gemeinsam mit den Ergebnissen der schriftlichen Prüfung, sowie weiteren Hinweisen zu Datum, Zeit und Ort der Prüfung.
Der Zeitpunkt der Bekanntgabe variiert zwischen den einzelnen Bundesländern, was ebenfalls zu Abweichungen der Prüfungstermine führen kann. In der Regel liegt der Zeitpunkt der Bekanntgabe zwischen Anfang Dezember und Ende Januar. Spätester Termin für die Ladung zur mündlichen Prüfung ist jedoch zwei Wochen vor Beginn der Prüfungen ( §26 Abs. 1 StBDV ).

Organisatorisches

Die mündlichen Prüfungen finden regelmäßig in der Zeit von Mitte Februar bis Mitte April des Folgejahres statt. Terminwünsche bezüglich der mündlichen Prüfung werden grundsätzlich nicht berücksichtigt. Die Abnahme der Prüfung ist Aufgabe des Prüfungsausschusses. Dieser wird gebildet aus drei Beamten des höheren Dienstes, von denen einer der Vorsitzende der Kommission ist, sowie drei Steuerberatern oder zwei Steuerberatern und einem Vertreter der Wirtschaft . Da die Steuerberaterprüfung eine Gruppenprüfung ist und kein Teilnehmer das Recht auf Einzelprüfung besitzt, sitzen Sie diesem Ausschuss mit weiteren Teilnehmern gegenüber.

Gebühren

Für die Steuerberaterprüfung wird eine Gebühr von 1.000€ erhoben, für die Zulassung 200€.

Ablauf und Aufbau

Die Prüfung gliedert sich in einen Kurzvortrag und sechs Prüfungsabschnitte, wobei jeweils ein Mitglied für einen bestimmten Prüfungsabschnitt verantwortlich ist und die Leitung der jeweiligen Runde übernimmt. Aufgrund der Tatsache, dass jeder der Prüfungsabschnitte gleichgewichtet in die Bewertung eingeht, hat man nach jeder Runde die Möglichkeit das Steuer noch umzureißen. Die Soll-Zeit der mündlichen Prüfung beträgt in der Regel 90 Minuten.

Hinweis
Bitte beachten Sie, dass nicht alle Themengebiete Bestandteil der mündlichen Prüfung sein müssen.

Der Kurzvortrag

Die mündliche Steuerberaterprüfung beginnt traditionell mit dem Halten eines Kurzvortrags. Der Prüfungsteilnehmer tritt dabei zum ersten Mal dem Prüfungsausschuss gegenüber. Ein gut gehaltener Kurzvortrag wäre somit ein optimaler Einstieg in die mündliche Prüfung.
Da sich der Ausschuss anhand des Kurzvortrags eine erste Meinung über den Prüfungskandidaten bilden kann, wird er psychologisch als vielleicht der wichtigste Teil der sieben Prüfungsabschnitte angesehen. Daher erfordert der Kurzvortrag ebenso wie die schriftliche Prüfung eine intensive und sorgfältige Vorbereitung.

Inhaltlich kann der Kurzvortrag gemäß § 37 Abs. 3 StBerG folgende Themengebiete umfassen, von denen Sie drei Themen zur Auswahl erhalten:

  • Steuerliches Verfahrensrecht sowie Steuerstraf- und Steuerordnungswidrigkeitenrecht,
  • Steuern vom Einkommen und Ertrag,
  • Bewertungsrecht, Erbschaftssteuer und Grundsteuer,
  • Verbrauch- und Verkehrssteuern, Grundzüge des Zollrechts,
  • Handelsrecht sowie Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, des Gesellschaftsrechts, des Insolvenzrechts und des Rechts der Europäischen Union,
  • Betriebswirtschaft und Rechnungswesen,
  • Volkswirtschaft
  • Berufsrecht

Ablauf und Tipps

Ablauf

Nachdem Sie zu Beginn in den Vorbereitungsraum begleitet wurden, müssen Sie sich nach kurzer, jedoch sorgfältiger Überlegung für eines der zur Auswahl stehenden Themengebiete entscheiden und innerhalb von 30 Minuten vorbereiten. Dabei werden Ihnen Schreibutensilien wie Papier, Stifte und in der Regel auch Karteikarten bereitgestellt.

Im Idealfall fällt Ihre Wahl auf ein Themengebiet, mit dem Sie beruflich schon einmal einige Berührungspunkte sammeln konnten (vorweisen können). Sollte Ihnen, trotz intensiver Vorbereitung keines der vorgegebenen Themen zusagen, sollte Ihre Wahl vorzugsweise auf das Thema fallen, bei dem Sie sich am meisten in der Lage fühlen die Vortragszeit am besten füllen zu können. Laut den einzelnen Steuerberaterkammern beträgt die Vortragszeit i.d.R. 10 Minuten, daher vermeiden Sie es diese Zeit stark zu über- bzw. unterschreiten.

Im Anschluss an den letzten mündlichen Vortrag folgt eine ca. 15 Minuten lange Pause, bevor die weiteren sechs Abschnitte in einem Frage-Antwort-Spiel geprüft werden.

Tipps

  • Neben dem inhaltlichen Wissen ist innerhalb des Kurzvortrags besonders die Präsentationstechnik entscheidend. Diese kann man z.B. durch mehrmaliges Üben entweder vor dem heimischen Spiegel oder vor einer Gruppe optimieren.
  • Die Prüfungsteilnehmer können den Vortrag entweder im Stehen oder im Sitzen abhalten. Nutzen Sie das bereitgestellte Stehpult um Ihren Vortrag zu halten und versuchen Sie möglichst frei zu sprechen. Damit vermitteln Sie dem Ausschuss Sicherheit und den Eindruck, dass Sie die Materie beherrschen.
  • Gliedern Sie Ihren Kurzvortrag so, dass eine klare Linie zu erkennen ist. Eine richtige Zeiteinteilung sowie ein passender Einleitungs- und Schlusssatz können hier entscheidend sein. Verbalisieren Sie Ihre Gedanken in kurzen und verständlichen Sätzen.
  • Versuchen Sie während des Vortrags deutlich zu sprechen und mit den Prüfern Blickkontakt aufzubauen.
  • Sollten Sie merken, die vorgegebene Zeit nicht gänzlich füllen zu können, bauen Sie Pausen ein. Eine weitere Hilfe kann die Paragraphennennung sein, die zusätzlich von Kompetenz zeugt.
  • Bauen Sie am Ende Ihres Vortrags eine kurze Zusammenfassung ein. Damit vermeiden Sie ein unvorhergesehenes Ende

Sechs Prüfungsabschnitte

Im Anschluss an den Kurzvortrag und einer kleinen Pause folgt der Prüfungsdialog. Im Rahmen der sechs Prüfungsabschnitte stehen die Kandidaten Frage und Antwort, wobei jeweils ein Mitglied des Prüfungsausschusses für einen bestimmten Prüfungsabschnitt verantwortlich ist und die Leitung der jeweiligen Runde übernimmt. In sechs Fragerunden wird Ihr Wissen, wie beim Kurzvortrag, in folgenden Themengebieten abgefragt:

  • Steuerliches Verfahrensrecht sowie Steuerstraf- und Steuerordnungswidrigkeitenrecht,
  • Steuern vom Einkommen und Ertrag,
  • Bewertungsrecht, Erbschaftssteuer und Grundsteuer,
  • Verbrauch- und Verkehrssteuern, Grundzüge des Zollrechts,
  • Handelsrecht sowie Grundzüge des Bürgerlichen Rechts, des Gesellschaftsrechts, des Insolvenzrechts und des Rechts der Europäischen Union,
  • Betriebswirtschaft und Rechnungswesen,
  • Volkswirtschaft
  • Berufsrecht

Bei diesem Prüfungsabschnitt gilt besondere Achtsamkeit darauf, dass jeder Abschnitt für sich neu gewertet wird und man so jederzeit die Möglichkeit zum Ausgleichen hat.

Tipp

In der mündlichen Prüfung sollten Sie auch die Befragung der anderen Prüflinge aufmerksam verfolgen. Sollte nämlich ein Prüfling nicht die ihm gestellte Frage beantworten können, ist es möglich, dass der Ausschuss diese an einen anderen weitergibt.
Es empfiehlt sich also bereits vor dem Eintreten dieser Situation aufmerksam zu sein und mitzudenken. Sollte diese Frage an Sie weiteregegeben werden, verzichten Sie unbedingt auf jederlei Wertung des anderen Prüflings. Der Ausschuss könnte dadurch ein negatives Bild von Ihnen erhalten, wenn Sie sich Ihren Mitstreitern gegenüber unsportlich verhalten.
Über den gesamten Zeitraum der mündlichen Prüfung sollten Sie in jedem Fall mit einem positiven Gesichtsausdruck den Eindruck vermitteln im Bilde des aktuellen Themas zu sein und eine Antwort parat zu haben.

Benotung des Steuerberater-Examens

In der mündlichen Prüfung erhalten Sie für jeden der sieben Prüfungsabschnitte jeweils eine Note. Jeder der Prüfungsabschnitte geht gleichgewichtet in die Bewertung ein. So können Sie nach jeder Runde das Steuer noch rumreißen. Der arithmetische Mittelwert  dieser 7 Noten ergibt die Note  der  mündlichen Prüfung. Bei Stimmengleichheit über die Note oder das Bestehen entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.

Die Note wird mit dem Ergebnis der Klausuren zum Gesamtergebnis gemittelt. Das Steuerberaterexamen gilt als bestanden, wenn Ihr Gesamtnotendurchschnitt aus mündlichem und schriftlichem Teil mindestens 4,15 beträgt.

Wann weiß man, on man bestanden hat?

Nach Abschluss der mündlichen Prüfung wird Ihnen unmittelbar mitgeteilt, ob Sie die Steuerberater-Prüfung insgesamt bestanden haben. Die Note der mündlichen Prüfung wird Ihnen i.d.R. nicht mitgeteilt. Bei bestandener Prüfung wird vom Prüfungsausschussvorsitzenden die Prüfungsbescheinigung ausgehändigt.

Zusammenfassung

Sie haben bestanden,

  • wenn Ihre Gesamtnotendurchschnitt aus mündlicher und schriftlicher Prüfung nicht schlechter als 4,15 ist.

Sie haben nicht bestanden,

  • wenn die Note der schriftlichen Prüfung schlechter als 4,5 ist.
  • wenn die Gesamtnotendurchschnitt aus mündlicher und schriftlicher Prüfung schlechter als 4,15 ist
  • bei Nichterscheinen oder Abbruch der Prüfung ohne ärztliches Attest

Steiniger Weg bis zum Ziel

Bei erfolgreichem Abschluss aller Prüfungen wird sich jeder angehende Steuerberater darüber bewusst sein, dass es kein leichter Weg bis zum Besten des Examens war. Eine der anspruchsvollsten Abschlussprüfungen Deutschlands macht deutlich, dass es ein großes Maß an Ehrgeiz und Fleiß bedarf um in einem so verantwortungsvollen und wichtigen Beruf wie dem des Steuerberaters, bestehen zu können.
Genau dieser Erfolg, an dem viele andere Kandidaten scheitern, sollte für Sie die Motivation sein bereits von Beginn an Alles zu geben und sehr viel Zeit in Ihre Vorbereitungen zu stecken.

Hier finden Sie einen Überblick über unsere Vorbereitungskurse für die mündliche Steuerberaterprüfung

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