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Bilanzbuchhalter IHK Prüfung

Eine erfolgreich abgelegte Bilanzbuchhalter-Prüfung sorgt für vielversprechende Perspektiven und  gilt als Schlüssel zu höheren Positionen und mehr Gehalt. Doch der Weg dahin kann sehr herausfordernd sein. Insbesondere die mündliche Prüfung sorgt bei vielen Teilnehmern für großen Respekt. Denn dort ist neben dem fachlissen Wissen besonders die Kommunikationsfähigkeit gefragt. Eine intensive Vorbereitung auf die speziellen Erfordernisse ist daher essenziel. Bei uns erfahren Sie alles Wichtige rund um die Bilanzbuchhalter-Prüfung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wichtig ist, das gelernte Fachwissen & theoretischen Kenntnisse an konkreten Fällen anzuwenden
  • Die Prüfung zum Bilanzbuchhalter findet deutschlandweit jeweils an zwei Terminen sowohl im Frühjahr als auch im Herbst statt
  • Zur mündlichen Prüfung wird zugelassen, wer die schriftliche Prüfung bestanden hat
  • Die Zulassungsvoraussetzungen müssen erst zu Prüfungsbeginn vorliegen und somit nicht bereits vor Lehrgangsbeginn
  • Die Bilanzbuchhalter-Prüfung kann insgesamt drei Mal abgelegt werden

Voraussetzung und zulassung

Am 01.01.2016 ist die neue Rechtsverordnung (RVO 2015) in Kraft getreten. Daraus ergeben sich folgende Zulassungsvoraussetzungen:

Zur schriftlichen Prüfung wird zugelassen, wer folgendes nachweisen kann:

  • Eine erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberuf mit einer Berufsausbildungsdauer von drei Jahren und eine auf die Berufsausbildung folgende, mindestens dreijährige Berufspraxis.
  • einen der folgenden Abschlüsse und eine drauf folgende, mindestens zweijährige Berufspraxis:
    • einen anerkannten Fortbildungsabschluss nach einer Regelung auf Grund des Berufsbildungsgesetzes als Fachwirt/-in oder als Fachkaufmann bzw. Fachkauffrau,
    • einen Abschluss als staatlich geprüfter Betriebswirt oder Staatlich geprüfte Betriebswirtin oder
    • einen wirtschaftswissenschaftlichen Diplom- oder Bachelorabschluss einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule, einer Berufsakademie oder eines akkreditierten betriebswirtschaftlichen Ausbildungsganges einer Berufsakademie oder
  • Ohne Ausbildung, eine mindestens sechsjährige Berufspraxis im Bereich des betrieblichen Finanz- und Rechnungswesens
  • Zur mündlichen Bilanzbuchhalter Prüfung wird zugelassen, wer die schriftliche Prüfung bestanden hat.


Sie erfüllen keine der oben aufgeführten Voraussetzungen?

Wussten Sie, dass Sie bei uns eine hausinterne Bilanzbuchhalter Prüfung ablegen können und diese in weiten Teilen der Wirtschaft hohe Anerkennung genießt? Weitere Informationen finden Sie hier.
Wir beraten Sie gern individuell vor dem Hintergrund Ihrer persönlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Vor Beginn der Lehrgänge bieten wir zudem Informationsveranstaltungen an, in denen wir Ihnen wichtige Informationen zu den entsprechenden Lehrgängen und Prüfungen präsentieren.

Muss ich bestimmte Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, bevor ich mich zum Lehrgang anmelden kann?

Nein. Die Zulassungsvoraussetzungen müssen erst zu Prüfungsbeginn vorliegen und somit nicht bereits vor dem Lehrgangsbeginn.  Aus diesem Grund ist es ratsam die Fortbildung zu beginnen, auch wenn die formalen Voraussetzungen, die für die Zulassung zur Prüfung notwendig sind, noch nicht erfüllt werden. Aufgrund der Tatsache, dass die während der Dauer eines Lehrgangs erworbene Berufserfahrung mit angerechnet wird, ergibt sich der Vorteil, sich viel Zeit sparen zu können.

Was gilt als einschlägige Berufspraxis?

Die Berufspraxis muss dabei inhaltlich wesentliche Bezüge zu den Aufgaben eines angehenden Bilanzbuchhalters haben und dabei überwiegend im betrieblichen Finanz- und Rechnungswesen erworben worden sein.

Wann muss ich die Zulassung beantragen?

Um an einem Prüfungstermin teilnehmen zu können, müssen Sie zu dieser Prüfung bei der zuständigen IHK zugelassen sein. Für die Zulassung gibt es Fristen, die je nach IHK zwischen 2 und 5 Monaten vor der geplanten Prüfung variieren können. Zur Prüfung bei einer IHK können Sie sich anmelden, wenn Sie einen Zulassungsbescheid derselben IHK vorlegen können.  
Sie können zudem auch die Zulassung und die Anmeldung zur Prüfung in Einem erledigen. Jedoch gilt es auch hierbei die jeweiligen Fristen der IHK, bei der Sie die Prüfung ablegen möchten, zu beachten.

Welche IHK ist für mich zuständig?

Die meisten Industrie- und Handelskammern betrachten sich dann als zuständig, wenn Sie im IHK-Bezirk einen Lehrgang zur Vorbereitung auf die Prüfung besuchen. Manche Industrie- und Handelskammern lassen Sie aber auch dann zu, wenn Sie Ihren Wohnort oder Ihre Arbeitsstätte im IHK-Bezirk haben. Im Zweifel erkundigen Sie sich bitte bei der jeweiligen IHK.

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Inhalte und Ablauf der Prüfung

Die Prüfung zum Bilanzbuchhalter findet deutschlandweit jeweils an zwei Terminen sowohl im Frühjahr als auch im Herbst statt und gliedert sich in einen schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil, die nacheinander abzulegen sind.

Die schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung unterteilt sich in drei separate Aufgabenstellungen mit jeweils einem anderen fachlichen Schwerpunkt:

1. Klausur: Geschäftsvorfälle erfassen und nach Rechnungslegungsvorschriften zu Abschlüssen führen

2. Klausur: Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten

3. Klausur: Betriebliche Sachverhalte steuerlich darstellen

Dabei beziehen sich alle drei Klausuren auf die Beschreibung einer betrieblichen Situation. Ergänzend dazu werden die Themengebiete Finanzen, Kosten- und Leistungsrechnung, internes Kontrollsystem sowie Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit den drei Schwerpunkten passend zugeordnet und mitgeprüft. Den Prüfungsteilnehmern wird für jede Aufgabenstellung eine Bearbeitungszeit von 240 Minuten gewährt.

Merke

Bei der Bilanzbuchhalter IHK-Prüfung kommt es darauf an, das gelernte Fachwissen und die theoretischen Kenntnisse an konkreten Fällen anwenden zu können. Sinnvolle Lösungsansätze und nachvollziehbare Lösungswege bringen oft entscheidende Punkte. In vielen Fällen führt jedoch mangelnde Klausurtechnik dazu, dass Punkte verschenkt werden.


Mündliche Prüfung

Die Prüfungsergebnisse werden den Kandidaten nach der schriftlichen Prüfung in Form der sog. Ergebnismitteilung schriftlich zugesandt.
Gleichzeitig erhalten die Kandidaten die Einladung zur mündlichen Prüfung inklusive Angaben zum/zur Prüfungsdatum und -uhrzeit. Die Einladung erfolgt spätestens sieben Tage vor dem mündlichen Prüfungstermin. Die mündliche Prüfung setzt sich zusammen aus einer Präsentation (max. 15 Minuten) und einem unmittelbar anschließenden Fachgespräch (max. 30 Minuten).

Präsentation

Die mündliche Bilanzbuchhalter-Prüfung beginnt traditionell mit dem Vortrag einer 15-minütigen Präsentation. Innerhalb dieses Prüfungsteils sollen die Teilnehmer unter Beweis stellen, dass sie ein komplexes Problem der betrieblichen Praxis erfassen, darstellen, beurteilen und lösen können.

Dank der neuen Prüfungsordnung haben die Prüfungsteilnehmer nun einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren Vorgängern. Sie können nun das Thema der Präsentation aus dem Handlungsbereich „Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten“ selbst wählen und zu Hause vorbereiten. Diesen selbst gewählten Sachverhalt reichen die Teilnehmer zusammen mit einer Kurzbeschreibung des Problems und einer inhaltlichen Gliederung zum Termin der 3. Klausur bei der IHK ein.

Tipps Präsentation

  • Zeigen Sie zu Beginn der Präsentation ihre erarbeitete Gliederung. Für eine bessere Orientierung wäre es hilfreich, diese dauerhaft z.B. auf dem Flipchart eingeblendet zu lassen.
  • Machen Sie sich rechtzeitig Gedanken über die Auswahl des Themas. Dieses ist schon zum Termin der dritten schriftlichen Prüfungsleistung dem Prüfungsausschuss einzureichen. (Wichtig!)
  • Nutzen Sie geeignete Medien für Ihre Präsentation und erkundigen Sie sich bei der zuständigen IHK-Stelle, welche zur Verfügung stehen bzw. mitgebracht werden dürfen. (z.B. Beamer, Overheadprojektor, Pinnwand, Flipchart etc.). Nutzen Sie nur Medien, die sie letztendlich auch beherrschen.
  • Gestalten Sie Ihre Folien anschaulich und interessant. Diese sollen durch den Einsatz von Grafiken, Fotos und Logos Interesse wecken.
  • Für ein besseres Verständnis, stellen Sie den Prüfern während der Präsentation ein Handout zur Verfügung. Dieses soll die Nachvollziehbarkeit der Kennzahlenberechnung erleichtern. Geben Sie dieses Handout jedoch erst aus, wenn Sie auch über diese Zahlen sprechen.
  • Treten Sie selbstsicher auf und sprechen Sie während der Präsentation deutlich und ruhig. Damit vermitteln Sie dem Ausschuss Sicherheit und den Eindruck, dass Sie die Materie beherrschen. Denn neben dem Inhalt wird auch die Kommunikationsfähigkeit von den Prüfern bewertet.
  • Bauen Sie wenn möglich eine clevere Überleitung zum Fachgespräch ein. So können Sie zum Beispiel am Ende der Präsentation fragen, ob Anmerkungen zu den dargelegten Ausführungen bestehen.

Fachgespräch

Unmittelbar nach der gehaltenen Präsentation erfolgt das ca. 30-minütige Fachgespräch. Im Fachgespräch sind neben dem Handlungsbereich „Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten“ weitere Handlungsbereiche zusätzlich einzubeziehen. Hier weisen die Teilnehmer ausgehend von der Präsentation nach, dass sie in der Lage sind, Probleme der betrieblichen Praxis zu analysieren und Lösungsmöglichkeiten unter Beachtung der maßgebenden Einflussfaktoren zu bewerten

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Benotung

Schriftliche Prüfung

Die Ergebnisse der 3 Klausuren fließen gleichgewichtig in die Note der schriftlichen Prüfung ein. Die schriftliche Prüfung ist bestanden, wenn das arithmetische Mittel >= 50 Punkte (ausreichend) beträgt.
 
Mündliche Prüfung

Das Fachgespräch wird doppelt gewichtet, die Präsentation einfach. Die mündliche Prüfung ist bestanden, wenn das Gesamtergebnis >= 50 Punkte (ausreichend) beträgt.

Gesamtnote

Aus der Bewertung der schriftlichen Prüfung und aus der Bewertung der mündlichen Prüfung wird das arithmetische Mittel gebildet; anhand dessen wird die Gesamtnote festgestellt.

Ausbildereignung

Wer die Prüfung nach dieser Verordnung bestanden hat, ist vom schriftlichen Teil der Prüfung der Ausbilder-Eignungsverordnung befreit.

Tipp

Neben der Industrie- und Handelskammer bietet sich die zusätzliche oder alternative Möglichkeit, die Bilanzbuchhalter-Prüfung der Steuer-Fachschule Dr. Endriss abzulegen. Ca. 700 Teilnehmende nehmen jährlich an den Prüfungen der Steuer-Fachschule Dr. Endriss teil. Die Termine der Endriss-Prüfung liegen immer vor den IHK-Prüfungsterminen. Dies ist für die Teilnehmer eine sehr gute Möglichkeit eine solch anspruchsvolle und wichtige Prüfung vorab zu simulieren.

Termine & Fristen

Nachfolgend finden Sie die Prüfungstermine für die Prüfungen nach der aktuellen Rechtsverordnung. Die bundeseinheitlichen Prüfungstermine der schriftlichen Bilanzbuchhalter (IHK)-Prüfung sind deutschlandweit unter den IHKs abgestimmt. Die Prüfungstermine der Steuer-Fachschule Dr. Endriss finden Sie hier.

2020

Herbst

2021

Frühjahr

2021

Herbst

2022

Frühjahr

2022

Herbst

Aufgabenstellung 1 - Schwerpunkt:

Geschäftsvorfälle erfassen und nach Rechnungslegungsvorschriften zu Abschlüssen führen

11.09.

12.03.

14.09.

11.03.

16.09.

Aufgabenstellung 2 - Schwerpunkt:

Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten

17.09.

17.03.

17.09.

15.03

19.09.

Aufgabenstellung 3 - Schwerpunkt:

Betriebliche Sachverhalte steuerlich darstellen

21.09.

23.03.

22.09.

22.03.

23.09

Kosten

Die Prüfungsgebühr kann je nach zuständiger Kammer zwischen 500 und 800 Euro betragen. Den Gebührenbescheid über die IHK-Prüfungsgebühren erhalten Sie von der Kammer mit der Einladung zur Prüfung per E-Mail. Sollte Ihr Arbeitgeber die Prüfungsgebühr übernehmen, leiten Sie den Bescheid entsprechend weiter.

Scheitern & Rücktritt

Die Bilanzbuchhalterprüfung kann insgesamt dreimal abgelegt werden. Im Falle eines Rücktritts gelten die allgemeinen Hinweise der zuständigen IHK. Sollte der Rücktritt nach Beginn der ersten Prüfungsleistung erfolgen, muss ein wichtiger Grund durch einen Beleg nachgewiesen werden.

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