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Steuerberater-Gehalt: Was verdienen Steuerberater?

Die Ausbildung zum Steuerberater zieht sich über Jahre, die abschließende Prüfung verlangt Ihnen alles ab. Und doch lohnt sich der Weg: Der Beruf des Steuerberaters ist zukunftssicher und lukrativ. Denn die Branche hat ein Alleinstellungsmerkmal: Expertise in Fachgebieten, mit denen sich niemand gern beschäftigt. Das macht den Steuerberater zur begehrten Arbeitskraft. Das Gehalt überzeugt schon im Einstieg, perspektivisch sind die Grenzen nach oben offen. Erfahren Sie, was Sie verdienen können und in welchen Positionen es zu Spitzengehältern gereicht.

  • Ø Gehalt: 66.750 Euro pro Jahr
  • Ø Gehalt: 5.560 Euro pro Monat
  • Ø Gehalt Einstieg: 48.000 Euro pro Jahr
  • Ø Gehalt mit Berufserfahrung 60.000 Euro pro Jahr
  • Ø Spitzengehalt 144.000 Euro pro Jahr

Am besten verdient ein Steuerberater in Stuttgart, München und Frankfurt am Main bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Was verdiene ich als angestellter Steuerberater?

Laut dem Portal Gehalt.de verdienen Steuerberater im Schnitt rund 68.700 Euro im Jahr. Insgesamt liegen die Gehälter zwischen 48.000 Euro und 144.000 Euro im Jahr. Je nach Untersuchung unterscheiden sich die Zahlen etwas.

Das Portal Alphajump.de zeichnet mit Zahlen von stepstone.de, gehalt.de und gehaltsvergleich.com folgendes Bild:

  • Einstiegsgehalt: rund 48.000 Euro
  • Mit Berufserfahrung: 60.000 bis 72.000 Euro
  • Senior Steuerberater: bis zu 92.000 Euro
  • In Spitzenpositionen: bis zu 144.000 Euro

Ähnlich fällt das Ergebnis einer Umfrage der Wirtschaftsprüferkammer (WPK) unter 1.400 Mitgliedern 2018 aus:

  • Einstiegsgehalt: zwischen 50.300 und 60.500 Euro
  • Mit vier bis acht Jahren Berufserfahrung: 60.000 bis 78.000 Euro
  • Später bis zu 92.000 Euro möglich

Laut der Umfrage liegt der Bonus-Anteil von Steuerberatern bei 10,5 Prozent. Dieser steigt die nächsten acht Jahre im Median auf 12,3 Prozent an, und darüber hinaus auf 13,3 Prozent.
Auch die Beratungsfirma Robert Half hat bei ihrer aktuellen Gehaltsstudie 2020 durchschnittliche Gehalts-Werte der Steuerberater-Branche ermittelt. Diese zeigen besonders im Einstieg noch höhere Gehälter:

  • Einstieg: 66.750 Euro
  • Durchschnittliche Berufserfahrung: 76.250 Euro
  • Überdurchschnittlich qualifiziert: 91.500 Euro brutto
  • Außergewöhnlich viel Erfahrung und Expertise: 140.000 Euro brutto

Welche Faktoren entscheiden über das Gehalt?

Neben der Berufserfahrung hängt das Gehalt eines angestellten Steuerberaters im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab:

Gehälter nach Ausbildung und Abschluss

Weniger als der Abschluss an sich spielt die Zeitspanne zwischen Abschluss und Steuerberaterprüfung eine Rolle. Als Steuerfachangestellte oder in anderen kaufmännischen Berufen benötigen Sie eine zehnjährige praktische Tätigkeit. Mit einem akademischen Studienabschluss müssen Sie nur höchstens drei Jahre arbeiten, um die Prüfung abzulegen. Das heißt, sie steigen früher ein und schneller auf.

Zum Gehalt für Steuerfachangestellte

Gehälter nach Unternehmen

Große Wirtschaftsprüfungskanzleien zahlen in der Regel das beste Gehalt. In kleinen Kanzleien, die vor allem Mittelständler als Mandanten hat, verdienen Sie in der Regel weniger. Hier die Zahlen laut Alphajump.de

  • bis 500 Mitarbeiter: 57.360 Euro
  • bis 1.000 Mitarbeiter: 64.000 Euro
  • über 1.000 Mitarbeiter: 70.320 Euro

Verdienstmöglichkeiten bei den „Big Four“

Bei den großen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind die Verdienste noch einmal anders gelagert, da hier in der Regel Boni dazu kommen. Laut dem Gehaltsportal Glassdoor.de liegen die Gehälter in den Big Four wie folgt:

  • KPMG ca. 60.000 Euro brutto pro Jahr plus 16.000 Euro Prämie
  • PricewaterhouseCoopers (PwC) 78.700 Euro brutto pro Jahr plus individueller Leistungsbonus
  • Ernst & Young 71.900 Euro brutto pro Jahr
  • Deloitte 63.300 Euro brutto pro Jahr

Gehälter nach Bundesland

Das Gehalt in der Steuerberatung ist außerdem abhängig vom Standort und nicht nur von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Bayern werden im Durchschnitt die besten Gehälter gezahlt, gefolgt von Hamburg, Bremen, Baden-Württemberg und Hessen. So bekommen Sie in einer größeren Stadt in Süddeutschland meist mehr Gehalt als in einem kleinen Ort.

Hier die Zahlen nach Bundesland laut Alphajump.de:

Bundesland

Gehalt

Baden-Württemberg

60.000 Euro

Bayern

64.800 Euro

Berlin

58.800 Euro

Brandenburg

54.600 Euro

Bremen

60.000 Euro

Hamburg

61.200 Euro

Hessen

60.000 Euro

Mecklenburg-Vorpommern

48.000 Euro

Niedersachsen

56.400 Euro

Nordrhein-Westfalen

57.600 Euro

Rheinland-Pfalz

51.600 Euro

Saarland

52.800 Euro

Sachsen-Anhalt

46.800 Euro

Schleswig-Holstein

56.400 Euro

Thüringen

48.000 Euro

Gehälter mit Weiterbildung

Gute Verdienstmöglichkeiten haben Sie darüber hinaus mit einer speziellen Fortbildung, um Ihre Mandanten besser beraten zu können. Mögliche Zusatzqualifikationen und Spezialisierungen sind:

  • Fachberater/-in für Internationales Steuerrecht/ MBA International Taxation
  • Fachberater für Unternehmensnachfolge
  • Fachberater für Sanierung & Insolvenzverwaltung
  • Fachberater für internationales Steuerrecht
  • Fachberater für Zölle und Verbrauchsteuern

Die Qualifizierung als Wirtschaftsprüfer bringt Ihnen schließlich Top-Verdienste: Das Durchschnittsgehalt mit vier bis acht Jahren Berufserfahrung steigt laut der WPK-Umfrage von 65.300 Euro auf 86.000 Euro. Und auch der Bonus-Anteil liegt mit 12 bis zuletzt 18,2 Prozent deutlich höher.

Karriereweg/ Position im Unternehmen

Als Steuerberater genießen Sie sichere Aufstiegschancen. Üblicherweise klettern Sie die Karriereleiter über folgende Positionen auf:

  • Junior Tax Consultant
  • Tax Consultant
  • Senior Tax Consultant
  • Tax Manager
  • Senior Tax Manager
  • Partner in einer Steuerberaterkanzlei

Spezialfall Syndikus-Steuerberater

Neben einer Einzelkanzlei oder Steuerberatungsgesellschaft können sie als Steuerberater auch direkt bei einem großen Unternehmen oder einem Verband angestellt sein. Häufig ist hier zumindest der Verdienst besser als in einer Kanzlei und bewegt sich in einer Spanne von 50.000 Euro Bruttojahresgehalt für Einsteiger bis hin zu 200.000 Euro Bruttojahresgehalt in Spitzenpositionen.

Vergleich Gehälter in ähnlichen Berufen

Der Wettbewerb um Experten im Finanz- und Rechnungswesen spitzt sich seit Jahren zu. Als Fachkraft mit Expertise in Digitalisierung und speziellen Kenntnissen können Sie sich auch in Zukunft Arbeitsplatz, Job und Arbeitgeber aussuchen. Laut der Robert-Half-Gehaltsstudie verdienen Sie im Jahr als...

  • Bilanzbuchhalter: 60.000 Euro brutto
  • Business Analyst: 65.000 Euro brutto
  • Financial Analyst: 72.000 Euro brutto
  • Interner Revisor: 68.250 Euro brutto
  • Treasurer: 67.750 Euro brutto
  • Financial Controller: 75.000 Euro brutto
  • Compliance Manager: 76.500 Euro brutto
  • Personalleiter: 78.000 Euro brutto
  • Risk Manager: 82.500 Euro brutto
  • Leiter Finanz- und Rechnungswesen: 89.000 brutto

Was verdient ein Selbstständiger in der Kanzlei?

Immer noch sind knapp 70 Prozent aller Steuerberater selbstständig. Laut der STAX-Befragung der Bundessteuerberaterkammer von 2019 setzte die Einzelkanzlei im Jahr 2017 durchschnittlich 332.000 Euro um. Davon verblieb ein Überschuss von 107.000 Euro. Im historischen Blick fällt auf, dass sowohl der Umsatzwachstum als auch der Gewinn zuletzt zurückgingen.

Stabil blieb hingegen die „Haupteinnahmequelle“: Einzelkanzleien erwirtschaften einen Großteil ihres Umsatzes weiterhin mit den klassischen Aufgaben des Steuerrechts. Betriebswirtschaftliche Beratung trug nur rund sechs Prozent zum Umsatz bei. Viele ihrer Tätigkeiten müssen selbstständige Steuerberater dabei nach Gebührenordnung abrechnen. Das bedeutet wiederum, dass sie alle anderen Leistungen transparent machen sollten. So kann betriebswirtschaftliche Beratung nach Stundensatz oder pauschal mit dem Mandanten abgestimmt abgerechnet werden.

Einfluss auf den Umsatz hat Untersuchungen zufolge das Alter von Kanzlei und Inhaber sowie die Präsenz in den sozialen Medien. Je höher das Alter, desto negativer die Rendite. Je präsenter im Internet oder den sozialen Medien, desto positiver die Umsatzrentabilität.

Sollten Sie als – als Partner oder in eigener Kanzlei – freiberuflich als Steuerberater arbeiten wollen, sollten Sie diese Voraussetzungen und Faktoren beachten und genau unter die Lupe nehmen. Nur so können Sie, was das Einkommen betrifft, mit anderen StB-Gesellschaften finanziell konkurrieren.

Sie gründen eine eigene Kanzlei

  • Vorteil: Sie können Ihre Kosten anfangs niedrig halten, da Sie keine großen Büroräume benötigen und sogar ohne Mitarbeiter auskommen.
  • Nachteil: Ihren Mandantenstamm und damit Ihren Umsatz müssen Sie erst aufbauen

Sie übernehmen eine Kanzlei als Nachfolger

  • Vorteil: In der Regel geht der Mandantenstamm auf Sie über, sodass Sie wissen, welcher Umsatz als Basis zu erwarten ist. Sie müssen nicht komplett von vorne anfangen.
  • Nachteil: Auf Kanzleiräume und Mitarbeiter und damit auf den entsprechenden Kostenfaktor können Sie zunächst nur bedingt Einfluss ausüben.

Sie steigen als Partner ein oder gründen

  • Vorteil: Sie teilen sich die Kosten auf und schultern auch sonst alle Lasten zu zweit. Außerdem können Sie Ihren Mandanten eine umfassende Beratung anbieten, gerade wenn Ihre Spezialgebiete sich ergänzen.
  • Nachteil: Sie müssen auch Ihren Gewinn mit jemand anderem teilen und hier eine gute Lösung für die mittelfristige Zukunft finden.