Beruf und Berufsbild Steuerberater

Beruf und Berufsbild Steuerberater

Das Berufsbild des Steuerberaters ist vielfältig und anspruchsvoll, zukunftssicher und krisenfest, perspektivenreich und lukrativ. Finden Sie heraus, ob der Beruf zu Ihnen passt. Bei uns erfahren Sie alles über die notwendigen Fähigkeiten und die Ausbildung, die Aufgaben und Arbeitsbereiche, über Gehalt, Arbeitgeber und Karrierestufen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Steuerberater werden Sie mit einer Ausbildung, einem dualen Studium oder einem Studium an der Hochschule sowie mehreren Jahren Berufserfahrung
  • Derzeit gibt es in Deutschland knapp 98.000 Steuerberater.
  • Die wichtigsten Aufgaben sind Beratung und Vertretung in Steuersachen, Steuererklärungen, Buchhaltung und die Erstellung von Abschlüssen.
  • Sie arbeiten als Angestellter in einer Steuerkanzlei oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder selbstständig in einer eigenen Kanzlei.
  • Das Gehalt des Berufs liegt laut dem Portal Gehalt.de im Schnitt bei rund 5.542 Euro brutto im Monat.

Aufgaben

  • Beratung und Vertretung in Steuersachen
  • Steuererklärungen
  • Buchhaltung
  • Erstellung von Abschlüssen
  • Vertretung/Antragstellung vor Finanzämtern
  • Steuerstraf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren

Fähigkeiten

  • Zahlenaffinität und Mathematisches Vermögen
  • Sorgfalt, Genauigkeit und Belastbarkeit
  • Diskretion und Seriosität
  • Kontaktfreudigkeit und Serviceorientierung
  • Verständliches Vermitteln komplexer Sachverhalte
  • Gewissenhaftigkeit und Eigenverantwortlichkeit

Ausbildungswege

  • über eine kaufmännische Ausbildung oder eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten und mehrere Jahre Berufserfahrung
  • über ein duales Studium und mehrere Jahre Berufserfahrung
  • über ein Studium an der Hochschule und mehrere Jahre Berufserfahrung

Gehalt

  • Im Schnitt: rund 68.700 Euro brutto im Jahr
  • Einstieg im Schnitt rund 48.000 Euro brutto im Jahr
  • Mit Berufserfahrung im Schnitt rund 60.000- 72.000 Euro brutto im Jahr
  • Senior im Schnitt rund 92.000EUR im Jahr

Status Quo im Berufsstand

Derzeit gibt es in Deutschland knapp 98.000 Steuerberater.

  • 69,2 Prozent arbeiten selbstständig in einer eigenen Kanzlei (Quote zuletzt rückläufig)
  • 30,8 Prozent arbeiten als Angestellte (Quote zuletzt leicht steigend)
  • 54,7 Prozent sind Frauen (Anteil zuletzt steigend)

Wie werde ich Steuerberater?

Um Steuerberater zu werden, wählen Sie einen von drei klassischen Wegen: eine Ausbildung, ein duales Studium und ein Studium an der Hochschule. Auf allen drei Wegen benötigen Sie mehrere Jahre Berufserfahrung. Je nach Werdegang wird für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung eine praktische Tätigkeit von zwei, drei, vier, sieben oder zehn Jahren gefordert. Lesen Sie hier alles Wichtige zur Ausbildung zum Steuerberater.

Die zuständige Steuerberaterkammer entscheidet nach bestandener Prüfung, ob Sie als Steuerberater zugelassen und bestellt werden. Die Kontaktadressen der einzelnen Kammern finden Sie auf der Webseite der Bundesteuerberaterkammer.

Welche Aufgaben hat ein Steuerberater?

Das deutsche Steuerrecht ist kompliziert und die Einflüsse europäischen und internationalen Steuerrechts machen es noch komplexer. Deshalb sind zahlreiche Steuerpflichtige auf qualifizierte, verlässliche Steuerberatung angewiesen. Dank der unterschiedlichen Branchen und Anforderungen bleibt die Tätigkeit spannend und abwechslungsreich. Sie sind mit allen steuerlichen Angelegenheiten von Privatpersonen und Unternehmen betraut, sowie mit betriebswirtschaftlichen Fragen und Aspekten.

Grundsätzlich unterteilen sich die Aufgaben in:

  • Vorbehaltsaufgaben: Tätigkeiten, die nur ein richtiger Steuerberater ausführen darf
  • Vereinbare Tätigkeiten: Tätigkeiten, die auch andere Berufsgruppen ausüben dürfen

Die Vorbehaltsaufgaben laut § 33 StBerG

  • Allgemeine Beratung und Vertretung in Steuersachen
  • Buchhaltung: Finanzbuchführung und Lohnbuchführung
  • Erstellung von Abschlüssen, wie Einnahmen-Überschussrechnung, Bilanzen, Jahresabschlüssen
  • Steuererklärungen, regelmäßig und unregelmäßig anfallend, Steueranmeldungen und Prüfung von Steuerbescheiden
  • Vertretung vor Finanzämtern, etwa Antragstellung
  • Steuerstraf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren

Die vereinbaren Tätigkeiten laut § 57 StBerG

  • Freiberufliche Unternehmensberatung
  • Mediation
  • Verwaltung fremden Vermögens
  • Halten von Gesellschaftsanteilen für Dritte
  • Wahrnehmung von Gesellschafterrechten,
  • Tätigkeit als Beirat und Aufsichtsrat
  • Tätigkeit als Schiedsgutachter und Schiedsrichter
  • Wahrnehmung des Amts als Testamentsvollstrecker, Nachlasspfleger, Nachlassverwalter, Vormund, Betreuer, Pfleger oder Beistand
  • Tätigkeit als Insolvenzverwalter, Zwangsverwalter, Sachwalter, Liquidator, Notgeschäftsführer aufgrund gerichtlicher Bestellung, Mitglied in Gläubigerausschüssen
  • Tätigkeit als Hausverwalter und Verwalter nach dem Wohnungseigentumsgesetz.

Wirtschaftliche Beratung

Steuerberater leisten außerdem vorausschauende Beratung in betriebswirtschaftlichen Belangen. Sie begleiten ihre Mandanten – ob im privaten Bereich, Konzerne, mittlere oder kleine Unternehmen – in allen wirtschaftlichen Lebenslagen. Sie helfen:

  • bei der Existenzgründung, etwa der Frage, welche Rechtsform das Unternehmen haben soll oder welcher Standort am besten dient.
  • im betriebswirtschaftlichen Alltag, etwa bei Investitionsentscheidungen.
  • bei der Umstrukturierung und Umwandlung, Unternehmensbewertung und Nachfolgeregelung. Sie finden Wege zur optimalen Steuergestaltung und beurteilen Verträge unter steuerlichen Aspekten. Sie übernehmen auch spezielle Aufgaben – beispielsweise als Treuhänder, Vermögens- oder Insolvenzverwalter.

Notwendige Fachkenntnisse hierfür liegen vor allem im betriebswirtschaftlichen sowie im zivil- und handelsrechtlichen Bereich. Daneben sollte ein guter Steuerberater auch immer in der Lage sein, sich selbstständig in Fachgebiete einzuarbeiten, in denen er nicht ausgebildet wurde.

Welche Fähigkeiten braucht ein Steuerberater?

Sie benötigen fundierte fachliche Kenntnisse in den einschlägigen Rechtsgebieten sowie die Fähigkeit, ihr Wissen in die Praxis umzusetzen und auf Einzelfälle anzuwenden. Nur so ist eine ganzheitliche Steuerberatung möglich. Angehende Steuerberater sollten folgende Fähigkeiten besitzen:

  • Zahlenaffinität und Mathematisches Vermögen
  • Sorgfalt und Genauigkeit
  • Diskretion und Seriosität
  • Kontaktfreudigkeit und Serviceorientierung
  • Belastbarkeit
  • Planungs- und Organisationstalent
  • Verständliches und konkretes Vermitteln komplexer Empfehlungen
  • Gewissenhaftigkeit und Eigenverantwortlichkeit

Möchten Sie eine eigene Kanzlei führen, werden Sie vom Angestellten zum Arbeitgeber. Dann kommen Aspekte der Mitarbeiterführung und des Kanzleimanagements hinzu. Daneben stellt sich möglicherweise auch die Frage, ob Sie selbst eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten anbieten wollen.

Welche Perspektiven gibt es?

Was sind die Arbeitsbereiche?

Nach der Ausbildung entscheiden Sie sich, ob Sie

  • als angestellter Steuerberater in einer großen oder mittelständischen Steuerkanzlei arbeiten.
  • in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Karriere machen – möglicherweise bis hin zum Partner.
  • ins Steuer- und Rechnungswesen eines Unternehmens gehen möchten.
  • sich selbstständig machen und
    • eine Kanzlei gründen,
    • in eine Kanzlei einsteigen oder
    • die Nachfolge in einer Kanzlei übernehmen.

Als angestellter Steuerberater genießen Sie sichere Aufstiegschancen. Die Karriereleiter führt in der Regel über folgende Stufen:

  • Junior Tax Consultant
  • Tax Consultant
  • Senior Tax Consultant
  • Tax Manager
  • Senior Tax Manager
  • Partner in einer Steuerberaterkanzlei

Wer sind die potenziellen Arbeitgeber?

Sie haben zahlreiche Karrieremöglichkeiten. Potenzielle Arbeitgeber sind:

  • die „Big Four“, die vier international größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften KPMG, Deloitte, Ernst & Young und PricewaterhouseCoopers
  • die „Second Tier“-Gesellschaften, die weniger international und mehr überregional konzentrierten Wirtschaftsprüfungen, Steuer- und Unternehmensberatungen
  • kleine und mittelständische Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit lokaler und regionaler Ausrichtung
  • selbstständige Kanzleien, als Einzelpraxis oder Zusammenschluss zur Sozietät
  • die freie Wirtschaft, etwa im Rechnungswesen und in Steuerabteilungen in großen Industrieunternehmen, in Banken oder Versicherungen

Ein Spezialfall ist der Syndikus-Steuerberater: Seit 2008 ist es möglich, bei einem nicht berufsständischen Arbeitgeber angestellt zu sein.

Was verdient ein Steuerberater?

Der Durchschnittsverdienst im Beruf liegt laut dem Portal Gehalt.de bei rund 5.542 Euro brutto im Monat. Der Verdienst variiert jedoch stark je nach Studienabschluss, Arbeitsort und Firmengröße, Berufserfahrung und Karriereweg. Erfahren Sie im Detail, wieviel Sie wo und wann als Steuerberater verdienen können und vergleichen Sie das Gehalt mit ähnlichen Berufen.

Wie sieht die Zukunft der Steuerberater aus?

Die Zukunft des Berufs von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern ist digital, der steuerberatende Beruf wandelt sich. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, steigt der Bedarf bei Unternehmen, Einrichtungen und Privatpersonen, sich steuerlich beraten zu lassen. Hier geht es nicht mehr nur um die private oder betriebliche Steuererklärung, sondern vor allem um verbundene Aufgaben – etwa im Controlling, in der Kostenanalyse oder bei Finanzierungsentscheidungen.
Die Digitalisierung macht den Beruf spannend, weil das hoch spezialisierte Arbeiten mit Datensystemen auch ein spezielles Know-how erfordert. Die gespeicherten Daten machen wiederum eine umfassende Beratung erst möglich – das Wissen über den Umgang mit diesen Daten und weiteren Informationen vorausgesetzt.

Berufliche Pflicht zur Fortbildung

Immerwährend verändern sich Gesetze und Verordnungen, oder neue Urteile werden gefällt. Deshalb müssen sich Steuerberater nach der Zulassung ständig weiterbilden, um ihr Recht auf Berufsausübung zu behalten.
Zudem können Sie mithilfe einer Fortbildung zum Fachberater neue Zielgruppen ansprechen, etwa in bestimmten Branchen, wie im Gesundheitswesen, oder in speziellen Bereichen, wie der Unternehmensnachfolge oder der Insolvenz. Mit Fortbildungen und Spezialisierungen bleiben Sie flexibel, und für Ihre Mandanten der passende Berater.