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Gehalt Steuerfachangestellter: Was Sie wo verdienen können

Der Beruf des Steuerfachangestellten hat einige Vorzüge: Sicherheit, Anspruch, Aufstiegschancen. Auch die Gehälter sowie Vergütungen in der Ausbildung sind durchaus attraktiv. Dabei variieren diese je nach Bundesland, Betrieb und Berufserfahrung. Erfahren Sie bei uns, wo und wann sie wieviel verdienen sollten – in der Ausbildung, im Einstieg und nach x Jahren Berufserfahrung.

  • Durchschnittliches Gehalt pro Monat: 2.621 Euro
  • Durchschnittliches Gehalt pro Jahr: 31.452 Euro
  • Durchschnittlicher Stundenlohn: 16,38 Euro
  • Durchschnittliches Ausbildungsgehalt pro Monat: 915 Euro

Am besten verdient ein Steuerfachangestellter in Frankfurt am Main oder Stuttgart bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Steuerberaterausbildung führt über ein akademisches Studium oder eine Berufsausbildung.
  • Je nach Vorbildung brauchen Sie zwei, drei, vier, sieben oder zehn Jahre praktische Erfahrung für die Zulassung.
  • Persönliche Voraussetzungen sind etwa ein Verständnis für Zahlen, wirtschaftliche Zusammenhänge, Recht, Gründlichkeit und Kommunikationsfreude
  • Auf die Prüfung bereiten spezielle Lehrgänge umfassend vor.
  • Die Ausbildung ist kostenintensiv, es gibt aber Förderung.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung für Steuerfachangestellte?

Die Vergütung in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten beträgt im Schnitt 915 Euro. Die Basis dafür legt die zuständige Steuerberaterkammer fest. Die Empfehlungen dürfen im Einzelfall um bis zu 20 Prozent unterschritten werde, so das Bundesarbeitsgericht in einer Entscheidung. Gesetzliche Tarife für die Branche gibt es nicht, sodass Auszubildende in diesem Beruf auch davon abhängig sind, was das Unternehmen zahlen kann oder will.
Die Ausbildungsvergütung nach Ausbildungsjahren:

  1. Ausbildungsjahr: 815 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 915 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 1.015 Euro

In der Ausbildungsvergütung herrscht noch immer ein starkes West-Ost-Gefälle vor. Doch auch innerhalb eines Kammerbezirkes variieren die Vergütungen in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten – je nach Region im urbanen oder ländlichen Raum wie auch Größe der Kanzlei.

Was verdient eine Steuerfachangestellte?

Laut dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit verdienen Steuerfachangestellte im Schnitt 2.621 Euro brutto im Monat, das sind 31.452 Euro brutto im Jahr.

Welche Faktoren entscheiden über das Gehalt?

Die Gehälter im Beruf des Steuerfachangestellten variieren zum Teil erheblich je nach

  • Region: Stadt oder Land
    • In der Regel ist das Gehalt in urbanen Gegenden äquivalent zu den Lebenshaltungskosten höher.
  • Bundesland
  • Größe und Branche des Arbeitgebers
    • Sie verdienen in großen Unternehmen meist mehr als in kleinen, und bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mehr als in einer kleinen Steuerberatungskanzlei.
  • Note der bestandenen Abschlussprüfung
  • Berufserfahrung und Alter
  • Weiterbildungsmaßnahmen
  • Personalverantwortung

Gehälter nach Bundesland

Mit dem niedrigsten Lohn muss ein Steuerfachangestellter in Mecklenburg-Vorpommern auskommen. Grundsätzlich sind die Verdienstaussichten in den neuen Bundesländern schlechter als in den alten. Ein höheres Gehalt erhalten Sie in Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg.

Stand November 2019

Bundesland

Durchschn. Gehalt

Baden-Württemberg

2.691

Bayern

2.606

Berlin

2.342

Brandenburg

1.956

Hamburg

2.624

Mecklenburg-Vorpommern

1.883

Niedersachsen

2.275

Nordrhein-Westfalen

2.498

Rheinland-Pfalz

2.438

Saarland

2.355

Sachsen

1.981

Sachsen-Anhalt

1.955

Schleswig-Holstein

2.188

Thüringen

2.009

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt für Steuerfachangestellte?

Laut einer großen Gehaltsstudie 2020 von Robert Half steigen Steuerfachangestellte mit einem Durchschnittsgehalt von im Schnitt 34.000 Euro ein. Das mutet im Vergleich mit Angaben der Bundesagentur für Arbeit und Gehaltsportalen recht hoch an.

Wichtig aber beim Einstieg: Wer direkt nach der Ausbildung übernommen wird, verdient mehr. Denn der Arbeitgeber weiß genau, was er an Ihnen hat. Er kennt Ihre Fähigkeiten und Steckenpferde, Ihre Motivation und Ihren Teamgeist. Dies bietet dem Steuerberater langfristige und nachhaltige Sicherheit.

Tipp: Denken Sie langfristig, wenn Sie Ihr Einstiegsgehalt verhandeln! Die Höhe des Eisntiegsgehalts hat einen großen Einfluss auf Ihre spätere Gehaltsentwicklung.

Gehalt nach Alter

Das Alter entscheidet in der Regel über die Erfahrung im Beruf. Mit zunehmenden Alter steigt deshalb auch das Monatsbrutto

Quelle: gehaltsvergleich.de Stand November 2019

Wie führe ich Gehaltsverhandlungen?

In der Gehaltsverhandlung geht es darum, sich selbst zu verkaufen. Das Wichtigste dabei: Kennen Sie Ihren Marktwert.

Die richtige Vorbereitung

Klären Sie vorher ...

  1. Ihre Ziele. Nur wer weiß, wo er hinwill, kann auch dort hingelangen.
  2. Wie weit sie gehen wollen. Definieren Sie für sich Ihre persönliche Schmerzgrenze.
  3. Was im schlimmsten Fall passieren kann. Die Welt geht nicht unter, wenn Sie in der ersten Gehaltserhöhung keinen durchschlagenden Erfolg erzielen.

Entkräften Sie Einwände: Schreiben Sie alle möglichen Einwände Ihres Vorgesetzten auf und entkräften diese dann einzeln. Diese Übung dient vor allem dazu, Ihre eigene Selbstsicherheit zu stärken.

Ihre Qualifikation: Machen Sie sich bewusst, was Sie alles gelernt haben, was Sie können, was Ihre Qualifikationen und Spezialgebiete sind.

Ihre gerechtfertigte Gehaltsforderung: Ist Ihr Wunsch viel zu hoch, ist das Gespräch schnell beendet. Ist er zu niedrig, verspielen Sie Chancen und hinterlassen den Eindruck eines mangelnden Selbstwerts oder fehlender Qualifikation. Informieren Sie sich im Vorfeld über die gängigen Gehälter für Ihre Position und Region.

Im Gespräch

Hier die wichtigsten Punkte:

  1. Verhandlungen über Ihr monatliches Gehalt sollten Sie nicht zwischen Tür und Angel führen. Vereinbaren Sie einen Termin mit dem Steuerberater bzw. mit dem Partner der Kanzlei, der für Sie personell verantwortlich ist.
  2. Stellen Sie im Gespräch
    • gute Leistungen aus der Vergangenheit heraus,
    • Ihre Erfolge dar sowie Aufgaben, die Sie gut bewältigt haben oder für die Sie gelobt wurden
    • Ihre Berufserfahrung sowie mögliche Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen – beispielsweise zum Steuerfachwirt

Gehalt erhöhen mit Weiterbildung

Nach der Ausbildung können Sie sich in Fortbildungen je nach Interesse und individuellem Können spezialisieren. Jede Fortbildung ist für Sie attraktiv. Denn damit erhalten Sie vielfältigere Aufgaben und haben berufliche Aufstiegsmöglichkeiten sowie Gehaltssprünge.

Steuerfachangestellten stehen auch viele Spielarten der Weiterbildung offen. Zum Beispiel zum Bilanzbuchhalter oder zum Fachassistenten Rechnungswesen & Controlling. In einer solchen Fortbildung erwerben Sie Kompetenzen in der betriebswirtschaftlichen Beratung. So können Sie den Steuerberater beim Interpretieren von Bilanzen, Liquiditätsrechnungen und Finanzplänen unterstützen. Oder Sie machen sich selbst auf den Weg zum Steuerberater und damit womöglich irgendwann zur eigenen Kanzlei.