Durchfallquote Steuerberater-Pr├╝fung

Das Steuerberaterexamen gilt als eine der anspruchsvollsten und schwierigsten Pr├╝fungen in Deutschland. Rund jeder zweite angehende Steuerberater scheitert im ersten Versuch. Nach dem zuletzt positiven Trend liegt die Bestehensquote aktuell (2020/21) mit 48,4 Prozent deutlich unter den Ergebnissen der letzten Jahre. Sehen Sie die Pr├╝fungsergebnisse und Statistiken, inklusive Detailanalyse.

Die Ergebnisse der Steuerberaterpr├╝fung

Die Ergebnisse der Steuerberaterpr├╝fung unterscheiden sich teilweise deutlich zwischen den Kammerbezirken. 2020/21 f├╝hrte Brandenburg die Erfolgstabelle mit einer Bestehensquote von 54,8 Prozent an. Dicht gefolgt von Niedersachsen, die mit 53,5 Prozent die zweith├Âchste Erfolgsquote vermeldete.

Insbesondere in Baden-W├╝rttemberg sind die Unterschiede regional stark ausgepr├Ągt: Insgesamt liegt die Quote bestandener Examen bei 48,9 Prozent. Die Bezirke Nordbaden, Stuttgart und S├╝dbaden differieren jedoch stark, wobei der Bezirk S├╝dbaden sich mit 58,6 Prozent an die Spitze bestandener Examen setzt.

Hier die Bestehensquote 2020/2021 auf einen Blick:

Bundesland

insgesamt bestanden

Baden-W├╝rttemberg

48,9 Prozent

Bayern

47,8 Prozent

Berlin

40,3 Prozent

Brandenburg

54,8 Prozent

Bremen

36,2 Prozent

Hamburg

46,2 Prozent

Hessen

49,1 Prozent

Mecklenburg-Vorpommern

45,5 Prozent

Niedersachsen

53,5 Prozent

Nordrhein-Westfalen

50,1 Prozent

Rheinland-Pfalz

47,2 Prozent

Saarland

48,8 Prozent

Sachsen

46,5 Prozent

Sachsen-Anhalt

41,7 Prozent

Schleswig-Holstein

50,6 Prozent

Th├╝ringen

40,0 Prozent

Bundesweit

48,5 Prozent

Die Ergebnisse der Klausuren

Interessant ist die Detail-Analyse. Denn gerade bei der schriftlichen Pr├╝fung ist die Bestehensquote erheblich gesunken: von 62,7 auf 53,1 Prozent. Auch hier unterscheiden sich die Durchfallquoten mit Blick auf die einzelnen Bundesl├Ąnder und Regionen. So fielen in Sachsen insgesamt 50,5 Prozent bei der schriftlichen Pr├╝fung durch. In der Steuerberaterkammer Th├╝ringen waren es sogar 56,7 Prozent, in Niedersachsen hingegen lediglich etwa 42,1 Prozent.

Bundesland

Schriftliche Pr├╝fung nicht bestanden

Baden-W├╝rttemberg

49,1 Prozent

Bayern

45,7 Prozent

Berlin

59,1 Prozent

Brandenburg

45,2 Prozent

Bremen

63,8 Prozent

Hamburg

48,4 Prozent

Hessen

48,1 Prozent

Mecklenburg-Vorpommern

54,5 Prozent

Niedersachsen

42,1 Prozent

Nordrhein-Westfalen

42,6 Prozent

Rheinland-Pfalz

51,9 Prozent

Saarland

51,2 Prozent

Sachsen

50,5 Prozent

Sachsen-Anhalt

58,3 Prozent

Schleswig-Holstein

44,7 Prozent

Th├╝ringen

56,7 Prozent

Bundesgebiet

46,9 Prozent

Strukturelle Unterschiede

Nach Klausuren

Dazu kommen strukturelle Unterschiede in den Fachgebieten und Klausuren. So weisen Fachleute daraufhin, dass die Pr├╝flinge im Steuerrecht wesentlich besser abschneiden als im Verfahrensrecht. Hier die Zahlen bspw. aus 2018/2019:

  • In der Verfahrensrechts-Klausur erreichten 60,3 Prozent mindestens eine 4,5.
  • In der Ertragssteuerrecht-Klausur erreichten 66,1 Prozent mindestens eine 4,5.
  • In der Bilanz-Klausur erreichten sogar 77,8 Prozent mindestens eine 4,5.

Nach Berufsgruppen und Berufserfahrung

Experten sehen dar├╝ber hinaus Unterschiede in den Voraussetzungen der einzelnen Berufsgruppen und der Jahre an Berufserfahrung.

  • 91 % Erfolg: Die mit Abstand h├Âchste Erfolgsquote haben die Kandidaten aus der Finanzverwaltung, wobei die Zahl der angehenden Steuerberater aus der Finanzverwaltung insgesamt recht klein ist.
  • 64 % Erfolg: Dahinter besteht ein gro├čer Anteil von Steuerfachwirten den schriftlichen und m├╝ndlichen Teil der Pr├╝fung.
  • 59 % Erfolg: Bachelor- und Masterabsolventen halten sich die Waage.
  • 26 % Erfolg: Da Steuerfachangestellte eher schlecht bei der Pr├╝fung abschneiden, scheint es ratsam, den Umweg ├╝ber eine Fortbildung zum Steuerfachwirt zu gehen, bevor man in die Pr├╝fungsvorbereitung einsteigt.

Historische Entwicklung

Nachdem die Bestehensquote seit dem Erfolgsjahr 2013/2014 mit damals 59,3 % bis 2016/2017 wieder auf 41,6 % gesunken war, stieg sie im Folgelauf wieder an, bis auf 57,5% in der Saison 2018/2019. In den vergangenen zwei Jahren ist hier jedoch wieder ein leichter Abw├Ąrtstrend zu erkennen.

Warum sind die Pr├╝fungen so schwer?

Die Finanzbeh├Ârden begr├╝nden das hohe Niveau der Steuerberaterpr├╝fung mit der hohen Verantwortung, die ein Steuerberater, ├Ąhnlich wie ein Wirtschaftspr├╝fer, tr├Ągt. Entsprechend werden die Kandidaten auf Herz und Nieren gepr├╝ft. Das abgefragte Wissen ist breit, tief und vielschichtig. Neben dem Steuerrecht kommen Aufgabenstellungen aus zahlreichen anderen Rechtsgebieten dazu, darunter:

  1. Verfahrensrecht, Bewertungsrecht,
  2. Einkommensteuer, Gewerbesteuer, K├Ârperschaftsteuer und internationales Steuerrecht,
  3. Buchf├╝hrung, Bilanzwesen und Umwandlungssteuerrecht.

Zugleich wird in den Klausuren das Wissen nicht einfach abgefragt. Die Pr├╝fungskandidaten m├╝ssen die gelernten Inhalte auf Praxisf├Ąlle anwenden und die Aufgabe in Form eines Gutachtens bearbeiten. Nur wer in den Klausuren mindestens die Note 4,5 erzielt, wird zur m├╝ndlichen Pr├╝fung zugelassen. Auch die m├╝ndliche Pr├╝fung ist sehr breit aufgestellt: Die Pr├╝flinge haben eine halbe Stunde Zeit, sich auf ihren zehnmin├╝tigen Kurzvortrag vorzubereiten. Danach ist die Pr├╝fungskommission mit ihren Fragen an der Reihe.

So sind die Hauptgr├╝nde f├╝r die hohe Durchfallquote die notwendige lange Vorbereitungszeit, der umfangreiche Lernstoff und die praktische Anwendung des Wissens. Insgesamt haben die Kandidaten drei Versuche. Leider n├╝tzt es beim Scheitern in einem Part der Pr├╝fung nichts, wenn man einen anderen besteht. Wiederholt werden kann immer nur die gesamte Pr├╝fung.

Fachleute sehen einen weiteren Grund f├╝r die hohe Durchfallquote darin, dass der Inhalt des Examens von den Finanzministerien und damit von der Finanzverwaltung gesteuert wird. Praktiker beklagen, dass die Problemstellungen zum Teil sehr realit├Ąts- und praxisfern und auch von gepr├╝ften Steuerberatern nur schwer zu l├Âsen seien.

Erfahren Sie alles ├╝ber Inhalte und Anforderungen der Steuerberaterpr├╝fung

Wer stellt die Pr├╝fungen zusammen?

Die Steuerberaterkammern k├╝mmern sich um den organisatorischen Ablauf der Pr├╝fung. Die Aufgaben kommen jedoch von den Finanzministerien der Bundesl├Ąnder. Die Finanzverwaltung will damit einen hohen Qualit├Ątsanspruch sicherstellen, die Steuerberaterkammern monieren, dass sie nicht ausreichend in die Pr├╝fungsvorbereitung mit einbezogen w├╝rden. Letztlich z├Ąhlt f├╝r den einzelnen Kandidaten eine optimale Vorbereitung, um den schriftlichen Teil und im Anschluss das m├╝ndliche Examen zu bestehen.

So bereiten Sie sich optimal auf die Pr├╝fung vor

In Klausurenkursen bereiten wir Sie auf die Klausuren vor und zeigen, wie Sie Ihr Wissen bestm├Âglich einsetzen.

In Lehrg├Ąngen zur m├╝ndlichen Pr├╝fung trainieren wir Sie optimal f├╝r die m├╝ndliche Pr├╝fungssituation.

Erfolgreich zur Steuerberaterpr├╝fung

Ausbildung zum Steuerberater seit ├╝ber 70 Jahren

Seit 1950 bilden wir Steuerberater aus. Profitieren Sie von unserem fokussierten, auf das Bestehen des Steuerberaterpr├╝fung optimierten Ausbildungs-Konzept. Dieses stellt sicher, dass ├╝berdurchschnittlich viele Teilnehmer die Pr├╝fung zum Steuerberater direkt im ersten Anlauf bestehen. Unser Ausbildungs-Konzept f├╝r die Steuerberaterpr├╝fung umfasst dabei die gesamte Vorbereitung auf alle Teile des Steuerberaterexamens.

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