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Beruf Bilanzbuchhalter

Bilanzbuchhalter zählen zu den Experten der Rechnungswesenbranche. Durch ein ständiges Auge auf die finanzwirtschaftliche Situation, liefern sie mit ihren Auswertungen und Abschlüssen die Grundlage für wichtige Managemententscheidungen. Als angesehene Spezialisten u.a. im Bereich Rechnungswesen besetzen sie meist wichtige Schlüsselpositionen in Unternehmen und tragen maßgeblich zur erfolgreichen Geschäftsentwicklung bei. Daher sorgt eine bestandene Prüfung für vielversprechende Perspektiven und ist die Möglichkeit zum beruflichen Aufstieg.

Finden Sie heraus, ob der Beruf zu Ihnen passt. Hier erfahren Sie alles über die notwendigen Fähigkeiten und die Ausbildung, die Aufgaben und Arbeitsbereiche, über Gehalt, Arbeitgeber und Karrierestufen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Derzeit gibt es in Deutschland 115.000 Bilanzbuchhalter. Jährlich kommen ca. 4000 neue Kandidaten dazu.
  • „Geprüfter Bilanzbuchhalter“ wird man nicht mit einer klassischen Ausbildung, sondern mithilfe einer bundesweit einheitlich geregelten Weiterbildung.
  • Zu den wichtigsten Aufgaben zählen das Erstellen der Monats-, Quartals-, und Jahresabschlüsse nach HGB , die Organisation sämtlicher Vorgänge im Rechnungswesen einschließlich Personalführung sowie die Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsprüfer
  • Das durchschnittliche Bilanzbuchhalter-Gehalt liegt im Jahr 2018 in Deutschland bei 47.786 Euro brutto.

Berufsbild

Zugegeben, das Berufsbild des Bilanzbuchhalters scheint für viele auf dem ersten Blick nicht der attraktivste Bildungsweg zu sein. Außenstehende sehen den Arbeitsalltag eher als trocken und langweilig an. Doch die Realität sieht bei weitem anders aus! Das Image als penible Erbsenzähler konnten Bilanzbuchhalter in den vergangenen Jahren erfolgreich hinter sich lassen. Zum beruflichen Alltag eines Bilanzbuchhalters gehört mehr dazu als nur Rechnungen abzuheften und mit Zahlen zu jonglieren.
In deutschen Unternehmen sind Bilanzbuchhalter sehr begehrt und genießen eine besondere Vertrauensstellung. Viele Unternehmen streben vermehrt eine größere Unabhängigkeit von Steuerbüros an. Somit ergibt sich die Möglichkeit auch in großen Konzernen schnell Fuß zu fassen und hohe Verantwortung zu übernehmen.

Status Quo im Berufsstand

Derzeit sind in Deutschland rund 115.000 Bilanzbuchhalter tätig. Rund drei Viertel stehen in einem Angestelltenverhältnis. Der Rest ist selbständig, d.h. sie arbeiten auf eigene Rechnung. Schätzungsweise streben 4.000 neue Kandidaten jährlich den Beruf des Bilanzbuchhalters an.

Typische Branchen

Bilanzbuchhalter finden Beschäftigung:

  • in Unternehmen nahezu aller Wirtschaftszweige
  • in der öffentlichen Verwaltung
  • bei Verbänden und Organisationen

Wie werde ich Bilanzbuchhalter?

Wie bereits erwähnt, baut der Abschluss zum geprüften Bilanzbuchhalter auf einem kaufmännischen Beruf auf. Somit gilt der Berufszweig des „geprüften Bilanzbuchhalters“ nicht als eine klassische Ausbildung, sondern als eine bundesweit einheitlich geregelte berufliche Weiterbildung. Als Voraussetzung für die Zulassung zur IHK-Prüfung gilt i.d.R. eine kaufmännische Ausbildung oder eine vergleichbare Ausbildung plus eine dreijährige Berufserfahrung.

Zur schriftlichen Prüfung wird zugelassen, wer folgendes nachweisen kann:

  1. eine erfolgreich abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten kaufmännischen oder verwaltenden Ausbildungsberuf mit einer Berufsausbildungsdauer von drei Jahren und eine auf die Berufsausbildung folgende, mindestens dreijährige Berufspraxis.
  2. einen der folgenden Abschlüsse und eine drauf folgende, mindestens zweijährige Berufspraxis:
    • einen anerkannten Fortbildungsabschluss nach einer Regelung auf Grund des   Berufsbildungsgesetzes als Fachwirt/-in oder als Fachkaufmann bzw. Fachkauffrau,
    • einen Abschluss als Staatlich geprüfter Betriebswirt oder Staatlich geprüfte Betriebswirtin oder
    • einen wirtschaftwissenschaftlichen Diplom- oder Bachelorabschluss einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule, einer Berufsakademie oder eines akkreditierten betriebswirtschaftlichen Ausbildungsganges einer Berufsakademie oder
  3. eine mindestens sechsjährige Berufspraxis

Voll- und Teilzeitlehrgänge sowie Fernstudiengänge bereiten auf die Prüfung zum Bilanzbuchhalter vor. Je nach Intensität, dauern diese zwischen drei Monaten und zwei Jahren. Welcher Weiterbildungsweg der richtige ist, hängt jedoch stark von den persönlichen Rahmenbedingungen und Lebensumständen ab.

Welche Prüfungen gibt es? Ist man gezwungen die IHK-Prüfung abzulegen?

Die Industrie- und Handelskammern sind die zuständigen Stellen für die Abnahme der Prüfung. Die IHK-Prüfungen werden bundesweit einheitlich abgenommen. Grundlage dafür ist die jeweils gültige Rechtsverordnung.  

Zudem bietet sich die zusätzliche oder alternative Möglichkeit, die Bilanzbuchhalter-Prüfung der Steuer-Fachschule Dr. Endriss abzulegen. Ca. 700 Teilnehmende nehmen jährlich an den Prüfungen der Steuer-Fachschule Dr. Endriss teil. Die Termine der Endriss-Prüfung liegen immer vor den IHK-Prüfungsterminen. Dies ist für die Teilnehmer eine sehr gute Möglichkeit eine solch anspruchsvolle und wichtige Prüfung vorab zu simulieren. Zudem haben sie damit eine äußerst aussagekräftige Qualifikation in der Hand und haben bei Bewerbungen die Möglichkeit, das Zeugnis mit der besseren Note anzugeben.

Welche Aufgaben hat ein Bilanzbuchhalter?

Bilanzbuchhalter besitzen ein umfassendes Know-how im Finanz- und Rechnungswesen und können daher in diversen Positionen einer Organisation eingesetzt werden. Das Tätigkeitsfeld hängt jedoch stark von der jeweiligen Größe, Branche und Struktur des Unternehmens ab. Allgemein sind sie für die Organisation jeglicher Abläufe in den Buchhaltungsabteilungen verantwortlich und bilden die Schnittstelle zwischen Buchhaltung und Geschäftsleitung. Zudem fungieren sie oftmals als Ansprechpartner für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer und benötigen daher ebenfalls fundierte Kenntnisse im Bereich des Steuerrechts. 
Die Hauptaufgaben eines Bilanzbuchhalters lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Erstellung der Monats-, Quartals-, und Jahresabschlüsse nach HGB
  • Vorbereitung der betrieblichen Jahressteuererklärungen
  • Organisation sämtlicher Vorgänge im Rechnungswesen einschließlich Personalführung
  • Erstellen der Umsatzsteuervoranmeldungen
  • Erstellen von Statistiken und Auswertungen
  • Ansprechpartner für Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
  • Vorbereiten von Investitionsentscheidungen durch Finanzierungsvergleiche

Welche Fähigkeiten braucht ein Bilanzbuchhalter?

Wie bereits erwähnt sind Bilanzbuchhalter für die Organisation jeglicher Abläufe in den Buchhaltungsabteilungen verantwortlich und bilden die Schnittstelle zwischen Buchhaltung und Geschäftsleitung. Für die Ausübung werden daher folgende Fähigkeiten und Kenntnisse benötigt:

  • Zahlenaffinität und mathematisches Verständnis
  • Genauigkeit und Sorgfalt
  • Präzise Arbeitsweise
  • Merkfähigkeit
  • Planungs- und Organisationstalent
  • Seriosität
  • Verständliches und konkretes Vermitteln komplexer Empfehlungen

Was verdient ein Bilanzbuchhalter?

Der Durchschnittsverdienst im Beruf liegt laut dem Portal Gehalt.de bei 47.786 Euro brutto im Jahr. Die Höhe des Verdienstes ist jedoch stark abhängig von dem jeweiligen Arbeitsort, der Note der bestandenen Abschlussprüfung sowie der Berufserfahrung und des Karriereweges. Am meisten beeinflusst jedoch die Größe des Unternehmens das Gehalt eines Bilanzbuchhalters. In einer großen Firma steigen die Chancen erheblich mehr Geld zu verdienen als in kleinen Unternehmen, Organsiationen.

Perspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten

Dank der hohen fachlichen Qualifizierung stehen „geprüften Bilanzbuchhaltern“ zahlreiche weitere interessante Türen offen. Mögliche Entwicklungsperspektiven sind zum Beispiel die zum Bilanzbuchhalter International, Controller oder Steuerberater. Des Weiteren wird mit dem Beruf ein Einstieg in die Managementebene von Unternehmen geschaffen. Zugleich bringt der Bilanzbuchhalter mit seinen weitreichenden und umfassenden Kenntnissen im Bereich des Rechnungswesens beste Voraussetzungen für eine Führungsposition im jeweiligen Fachgebiet mit.