Wie funktioniert Google Ads eigentlich?
Grundsätzlich funktioniert Google Ads wie eine Art Auktionssystem: Menschen geben Begriffe in die Google‑Suche ein – und Unternehmen können dafür bezahlen, mit einer Anzeige ganz oben zu erscheinen. Du wählst also bestimmte Suchbegriffe (Keywords) aus, legst fest, wie viel du maximal dafür zahlen möchtest, und Google zeigt deine Anzeige genau dann, wenn jemand nach diesen Begriffen sucht. Kosten entstehen nur, wenn jemand wirklich auf deine Anzeige klickt. So erreichst du Menschen, die bereits ein konkretes Interesse oder ein aktuelles Problem haben, für das dein Produkt die Lösung sein könnte.
Warum Google Ads für Startups & Gründer:innen relevant sein kann
Der größte Vorteil von Google Ads ist einfach zu erklären: Google wird weltweit jeden Tag mehrere Milliarden Male genutzt. Jede Suchanfrage steht für ein konkretes Anliegen, also eine Frage, ein Problem oder den Wunsch nach einem Produkt oder einer Dienstleistung. Für Startups und Gründer:innen sind das keine abstrakten Zahlen, sondern reale Momente, in denen Menschen aktiv nach Lösungen suchen. Google Ads macht genau diese Nachfrage sichtbar und nutzbar. Anzeigen erscheinen nicht auf Verdacht, sondern im direkten Zusammenhang mit einer konkreten Suche. Das unterscheidet Google Ads von vielen anderen Marketingmaßnahmen. Anstatt zu raten, was potenzielle Kund:innen interessieren könnte, basiert der Kanal auf tatsächlichem Verhalten in Echtzeit. Das bedeutet: Schnelleres Feedback, weniger Annahmen und fundiertere Entscheidungen. Sichtbarkeit entsteht hier nicht durch Lautstärke, sondern dadurch, eine passende Antwort auf eine konkrete Suchanfrage zu liefern.
Der Kanal kann also für schnelle Sichtbarkeit sorgen und liefert zeitgleich wertvolle Rückmeldungen aus den Zielgruppen und Märkten.
Wann Google Ads Sinn macht – und wann nicht?
Ob Google Ads für ein Startup sinnvoll ist, hängt stark von der Ausgangslage ab. Google Ads kann gut funktionieren, wenn:
- Menschen bereits nach dem Problem oder nach passenden Lösungen suchen
- das Angebot klar verständlich ist
- Nutzer:innen ihr Problem benennen können
- Lernen wichtiger ist als sofortiges Wachstum
In diesen Fällen greift Google Ads vorhandene Nachfrage auf. Weniger geeignet ist der Kanal, wenn:
- es kaum oder keine Suchanfragen gibt
- das Produkt sehr erklärungsbedürftig ist
- Zielgruppe und Nutzen noch unklar sind
- Google Ads als schneller Umsatzhebel gesehen wird
Dann wird Werbung schnell teuer, ohne brauchbare Ergebnisse zu liefern.
Google Ads ist kein Ersatz für ein gutes Angebot
Ein wichtiger Punkt wird oft unterschätzt: Google Ads kann keine grundlegenden Probleme lösen. Der Kanal verstärkt das, was bereits vorhanden ist. Ist das Angebot unklar oder schwer verständlich, führt mehr Werbung nicht zu mehr Erfolg, sondern zu höheren Kosten. Typische Folgen sind viele Klicks, aber wenige Anfragen oder Abschlüsse. Bevor Google Ads sinnvoll eingesetzt wird, sollten deshalb die Grundlagen stimmen. Dazu gehören ein klares Angebot, verständliche Botschaften und ein einfacher Weg von der Anzeige zur gewünschten Aktion (z.B. Kauf des Produkts).
Bei welchen Suchanfragen man gefunden werden möchte – ein einfaches Beispiel
Ein häufiger Fehler bei Google Ads liegt in der Auswahl der Suchbegriffe.
Ein Beispiel: Ein Startup entwickelt Laufschuhe mit besonders starker Dämpfung, etwa für Menschen mit Knieproblemen.
Der naheliegende Gedanke wäre, Anzeigen auf den Begriff „Laufschuhe“ zu schalten. Das klingt logisch, ist in der Praxis aber oft wenig sinnvoll. Die Konkurrenz ist hoch, die Klickpreise entsprechend teuer, und die Suchanfrage sagt wenig darüber aus, warum jemand gerade sucht. Deutlich sinnvoller ist es, näher am eigentlichen Problem zu bleiben, zum Beispiel:
- „Knieschmerzen beim Joggen“
- „Laufschuhe bei Gelenkproblemen“
- „Joggen trotz Kniebeschwerden“
Solche Suchanfragen sind meist günstiger und zeigen klarer, welches Bedürfnis dahintersteckt. Für Startups und Gründer:innen ist das besonders wichtig, weil so Zielgruppen erreicht werden, die offen für eine Lösung sind, statt mit großen Marken um Aufmerksamkeit zu konkurrieren.
Tipp: Ein Startup mit begrenztem Budget sollte nicht dort starten, wo der Wettbewerb am größten ist, sondern dort, wo das zugrunde liegende Problem klar sichtbar wird.
Welches Budget eignet sich für den Start?
Oft hört man, man könne einfach mit sehr wenig Budget starten. Technisch stimmt das. In der Praxis führt es aber häufig zu falschen Schlussfolgerungen.
Google Ads braucht Daten. Diese entstehen nur, wenn genügend Klicks zusammenkommen. Zu wenig Budget bedeutet oft, dass man nichts Verlässliches lernen kann. Für Startups heißt „klein starten“ daher nicht, möglichst wenig Geld auszugeben, sondern fokussiert zu testen.
Bewährt hat sich, zunächst mit etwa 50 bis 60 Prozent des geplanten Budgets zu arbeiten. Als grobe Orientierung gilt: Unter 10 Euro pro Tag und Kampagne ist es meist schwer, sinnvolle Erkenntnisse zu gewinnen. Je nach Branche kann auch das zu wenig sein. Zu wenig Budget spart kein Geld. Es verzögert nur das Lernen.
Was bleibt
Wie man sieht, wirft Google Ads in der Praxis oft mehr Fragen auf, als man zunächst erwartet. Entscheidend ist jedoch, sich davon nicht verunsichern zu lassen, sondern die Chancen zu erkennen, die darin liegen.







