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Teil 11 Meister aller (Steuer-)Klassen - Theresas Weg zum TaxMaster

Veröffentlicht am von Theresa

Teil 11 - noch 2 Monate...und wieder eine Hürde überwunden! Master-Abschlussklausuren: CHECK! Motiviert geht es Richtung Klausurenkurse! Die Erkenntnis, dass AO kein Angstfach sein muss und das richtige Mindset das A&O ist, ist ebenfalls vorhanden.

Und schon wieder ein Monat vorbei! Welcome back zu meinem Tax-Blog :-)

Die Zeit fliegt und es gibt so viele Baustellen, die vor dem 5. Oktober noch abzuarbeiten sind. Aber zunächst einmal die guten Neuigkeiten: Die Master-Abschlussklausuren, die in meinem Fall ja Zulassungsvoraussetzung für das Examen waren, sind bestanden und somit ist die letzte Hürde des TaxMasters genommen! Zwar werde ich mein Zeugnis voraussichtlich erst Ende September (just-in-time für die Zulassung) in den Händen halten. Allerdings ist die Gewissheit, den Punkt „Masterabschluss“ von der To-Do-Liste des Lebens bald abhaken zu können, ein super gutes Gefühl und ein extremer Motivationsschub während der doch eher anstrengenden und ab und zu frustrierenden Freistellungszeit.

Es sind nun noch zwei Monate und ein paar Tage bis zum Examen und für mich persönlich ist ein Zustand eingetreten, der ab und zu für kräftige Verwirrung sorgt: Zum einen wächst langsam das Vertrauen in die eigenen fachlichen Kenntnisse. In Übungsklausuren ist man nicht mehr völlig planlos, erkennt viele Sachverhalte wieder und kann in den meisten Fällen auch irgendetwas zu Papier bringen. Auch die exotischen Ecken der Gesetzestexte sind mittlerweile markiert und man schreckt bei Begriffen wie „vGA im Dreieck“ und „Differenzbesteuerung“ nicht mehr ganz so heftig zusammen wie noch vor ein paar Wochen oder Monaten. Das ist schonmal erfreulich! Zur selben Zeit jedoch merkt man, dass man in keinem Fall an diesem Punkt mit einer Klausur auf Steuerberaterniveau in 6 Stunden fertig wird und vor allem, dass man noch ab und zu im Lösungsweg falsch abbiegt oder die Sache schlichtweg nicht zu Ende denkt. Zumindest geht es mir so. Ich weiß fast immer, in welchen Paragraphen ich mich befinde, jedoch hapert es dann bei einer Berechnung oder einfach wenn es an den berühmten Feinschliff der Falllösung geht. Das macht mich teilweise verrückt aber man muss im Hinterkopf behalten, dass Übung nun einmal den Meister macht und man noch zwei Monate Zeit hat, Routine in das Ganze zu bringen.

Damit sind wir auch schon bei dem nächsten wichtigen Thema, welches ich heute ansprechen möchte: Klausurenkurse. Ich habe die Klausurenintensivkurse 1 und 2 bei Endriss gebucht und freue mich ehrlich gesagt total darauf! Denn ich merke, dass ich in der Nacharbeit der Übungsklausuren, welche wir ja aktuell alle zuhause schreiben, immer wieder an den gleichen Problemen hängen bleibe. Genau die möchte ich in den Besprechungen, welche dem Schreiben der Übungsklausuren im Rahmen der Klausurenintensivkurse folgen, in Angriff nehmen und ein für alle Mal den Groschen fallen hören. Sicherlich wird es anstrengend aber ich denke, dass man erst nach der harten Schule der ganztägigen Klausurenkurse richtig fest im Sattel sitzt.

Was ich an dieser Stelle noch einmal vorstellen möchte, ist der eintägige AO-Vertiefungskurs von Endriss mit dem Dozenten Christian Bähr, von dem ich hellauf begeistert war. Typisch für Mitarbeiter einer Großkanzlei im Bereich internationales Steuerrecht, umfasste mein AO-Wissen zu Beginn des Samstagskurses noch Folgendes: VdN, § 42 AO und die Definition der Betriebsstätte. That´s it. Das Fach war mir schon immer schleierhaft und wie es mit Dingen nun einmal ist, die man nicht gut kann, habe ich mich auch konsequent davor gedrückt mich intensiv damit zu befassen. „Das haue ich mit USt und ErbSt in der Mischklausur schon wieder raus.“ Dass das keine gute Einstellung für das Examen ist, muss ich hier niemandem erklären. In einem einzigen Tag hat mir Herr Bähr in dem genannten AO-Vertiefungskurs nicht nur die Angst vor dem Fach genommen, sondern auch eine derart nützliche Klausurtechnik und Herangehensweise an die AO vermittelt, dass ich fest davon überzeugt bin im Oktober meine Sache in Verfahrensrecht gut zu machen. 

Last but not least möchte ich euch noch einmal Folgendes ans Herz legen: Erinnert ihr euch an meine 10 Gebote? Mehr denn je sind diese nun von Relevanz. Gerade das Thema Ventil bzw. Ausgleich zum Lernen. Vor den Masterabschlussklausuren habe ich für ein paar Wochen den Sport einmal weggelassen und mich wirklich den ganzen Tag auf den Lernstoff konzentriert. Was ist passiert? Ich war unausgeglichen, schlecht drauf und meine Konzentrationsspanne verkürzte sich. Also, trotz allem Druck, Fleiß und Pflichtbewusstsein: Geht raus, bewegt euch, grillt im Freien oder was auch sonst eure Gedanken eine Runde Auslauf gibt. Netflix und Amazon Prime sind da eher weniger ratsam, weil das wieder „Input“ und Reize für das Gehirn bedeutet, das nach 8 Stunden PC-Licht oder Klausurbögen so dringend Sauerstoff und Sonnenlicht bräuchte.

Das wichtigste Gebot für mich jedoch ist jedoch wie eh und je, mich nicht mit anderen zu vergleichen. Das geht nur nach hinten los. Man hört die wildesten Dinge, die einen meist nur zum Selbstzweifel treiben, weil „die anderen schon so viel mehr wissen und viel besser sind als ich“ oder es allen leichter zu scheinen fällt als einem selbst! Man sieht die Finanzbeamten, die mal eben eine Übungsmischklausur mit 3,0 schreiben und denkt, warum trete ich eigentlich an? The grass is always greener on the other side. Man sollte sich aber auf seinen Garten konzentrieren, das Ziel im Auge behalten und nicht all zu viel nach links und rechts schauen. Natürlich ist ein Benchmark ab und zu ganz nützlich um zu sehen wo man steht – das sollte aber kein Grund zur Ablenkung oder Beunruhigung darstellen. Mein Mindset ist mittlerweile das Folgende: Ich gebe alles und wenn es nicht reicht, dann geht davon weder die Welt unter noch stirbt jemand. Krönchen richten und auf ein Neues! Sich selbst extrem unter Druck zu setzen und zu sagen „das MUSS klappen“, blockiert nur. Man tendiert in dieser Phase dazu, nur noch dieses eine Ziel zu sehen und gedanklich völlig isoliert in seiner Steuerberaterblase herumzuschweben. Life is good! Vergesst das nie.

So, auf mich wartet jetzt eine Mountainbiketour und ein Schwimmbadbesuch. Wir hören uns wieder in einem Monat, dann schauen wir mal ob ich immer noch so entspannt bin ;-)

Arrivederci

Theresa

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