Inhalt

Bilanzbuchhalter (IHK) Prüfungsinhalte und -aufbau

Am 01.01.2016 ist die neue Rechtsverordnung für Bilanzbuchhalter (RVO 2015) in Kraft getreten. Alle Kernlehrgänge der Steuer-Fachschule Dr. Endriss bereiten ab Herbst 2016 nach den Regeln der neuen Rechtsverordnung auf die Prüfung vor.

Inhalte:

  • Ablauf und Inhalte nach der RVO 2015
    • Schriftliche Prüfung zum Bilanzbuchhalter (IHK)
    • Mündliche Prüfung zum Bilanzbuchhalter (IHK)
    • Bestehen und Benotung der Bilanzbuchhalter (IHK) Prüfung
  • Ablauf und Inhalte nach der RVO 2007

Ablauf und Inhalte der Bilanzbuchhalter Prüfung nach RVO 2015

Nach der Rechnungsverordnung aus 2015 gestaltet sich die Prüfung zum Bilanzbuchhalter (IHK) wie folgt:

Schriftliche Prüfung zum Bilanzbuchhalter (IHK)

  • Umfang:
    • 3 Klausuren zu je 240 Minuten
  • Inhalte:
    • Alle 3 Klausuren beziehen sich auf die Beschreibung einer betrieblichen Situation
    • Die Klausurenaufgaben beziehen sich auf alle Handlungsbereiche, also auf
      1. Geschäftsvorfälle erfassen und nach Rechnungslegungsvorschriften zu Abschlüssen führen
      2. Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten
      3. Betriebliche Sachverhalte steuerlich darstellen
      4. Finanzmanagement des Unternehmens wahrnehmen, gestalten und überwachen
      5. Kosten- und Leistungsrechnung zielorientiert anwenden
      6. Ein internes Kontrollsystem sicherstellen
      7. Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit mit internen und externen Partnern sicherstellen
    • Jede der drei Klausuren setzt einen Schwerpunkt in einem der ersten drei Handlungsbereiche.

Mündliche Prüfung zum Bilanzbuchhalter (IHK)

  • Umfang:
    • eine Präsentation (15 Minuten)
    • ein Fachgespräch (30 Minuten)
  • Inhalte:
    • Selbstgewähltes Thema aus dem Handlungsbereich "Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten"
    • Das Thema soll der betrieblichen Praxis entstammen.
    • Im Rahmen der Präsentation soll das Problem nachvollziehbar dargestellt und für die betriebliche Praxis beurteilt werden.
    • Es ist eine Lösung für das Problem darzustellen und zu beurteilen.
  • Frist: Thema und Kurzbeschreibung sowie inhaltliche Gliederung müssen am Termin der dritten Klausur eingereicht werden.

Bestehen und Benotung der Bilanzbuchhalter (IHK) Prüfung

Schriftliche Prüfung

Die Ergebnisse der drei Klausuren fließen gleichgewichtig in die Note der schriftlichen Prüfung ein. Die schriftliche Prüfung gilt als bestanden, wenn der Mittelwert >= 50 Punkte (ausreichend) beträgt.

Mündliche Prüfung

Das Fachgespräch wird doppelt gewichtet, die Präsentation einfach. Die mündliche Prüfung gilt als bestanden, wenn das Gesamtergebnis >= 50 Punkte (ausreichend) beträgt.

Gesamtnote

Aus der Bewertung der schriftlichen Prüfung und aus der Bewertung der mündlichen Prüfung wird der Mittelwert gebildet und anhand dessen die Gesamtnote festgestellt.

Ablauf und Inhalte der Bilanzbuchhalter Prüfung nach RVO 2007

Die Rechtsverordnung aus 2007 wurde durch die neuen Rechtsverordnung aus 2015 abgelöst. Die neue Rechtsverordnung ist seit dem 01.01.2016 gültig.

Die Prüfung nach der Rechtsverordnung aus 2007 besteht aus drei Teilen (A, B und C) und gliedert sich in zwei schriftliche und einen mündlichen Prüfungsteil. 

Prüfungsteil A (schriftlich):

  • Erstellen einer Kosten- und Leistungsrechnung und zielorientierte Anwendung (120 min. Klausur)
  • Finanzwirtschaftliches Management (120 min. Klausur)


Prüfungsteil B (schriftlich):

  • Erstellen von Zwischen- und Jahresabschlüssen und des Lageberichts nach nationalem Recht (240 min. Klausur)
  • Erstellen von Abschlüssen nach internationalen Standards – Grundlagenteil* (90 min. Klausur)
  • Steuerrecht und betriebliche Steuerlehre (180 min. Klausur)
  • Berichterstattung; Auswerten und Interpretieren des Zahlenwerks für Managemententscheidungen (90 min. Klausur)


Prüfungsteil C (mündlich):

  • Fachvortrag und Fachgespräch (mündliche Prüfung, insgesamt ca. 45 min)

E-Mail an Jan Setzer

0800 / 775 775 036

E-Mail an Anette Siebert

0800 / 775 775 017

Zusatzqualifikationen - Teilung der Prüfung im Handlungsbereich "Erstellen von Abschlüssen nach internationalen Standards"

Die Prüfung im Handlungsbereich „Erstellen von Abschlüssen nach internationalen Standards“ (Prüfungsteil B) kann bis 2020 auf den Grundlagenteil beschränkt werden. 

Zur Vorbereitung auf die Prüfung in diesem Handlungsbereich bereiten die Lehrgänge der Steuer-Fachschule aufgrund der großen Stofffülle grundsätzlich auf den Grundlagenteil vor. Mit der Vorbereitung auf den Hauptteil kann - bei Bedarf - auch unmittelbar im Anschluss an die erfolgreich abgelegte Bilanzbuchhalter-Prüfung begonnen werden, so dass dieser Prüfungsteil dann - ohne Zeitverlust, aber mit bereits bestandener Prüfung - als Zusatzqualifikation abgelegt wird.

Auch Bilanzbuchhalter/innen, die ihre Prüfung nach einer alten Rechtsverordnung abgelegt haben, können diese Prüfung als Zusatzqualifikation ablegen.

Nach Abschluss der Prüfung besteht darüber hinaus die Möglichkeit, eine weitere  Zusatzqualifikation im Handlungsbereich „Organisations- und Führungsaufgaben“ zu erlangen.


Anerkennung bzw. Befreiung von einzelnen Prüfungsleistungen

Die Prüfungsordnungen der IHK und der Steuer-Fachschule Dr. Endriss sehen vor, dass unter bestimmten Voraussetzungen eine Befreiung von Prüfungsleistungen möglich ist.

Jede IHK legt individuell fest, ob und ggf. in welchen Fächern Befreiungen möglich sind. Ein Befreiungsantrag ist direkt bei der prüfenden IHK zu stellen, der Antrag kann formlos erfolgen. Kopien der maßgebenden Zeugnisse sind dem Antrag beizufügen.


Für eine Befreiung bei der Steuer-Fachschule Dr. Endriss gelten folgende Regelungen:

  • Das Zeugnis darf nicht älter als fünf Jahre sein.
  • Die abgelegte Prüfung muss der Bilanzbuchhalter-Prüfung mindestens gleichwertig sein.
  • Teilleistungen einer IHK-Bilanzbuchhalter-Prüfung werden nicht anerkannt.
  • Die Fächer, in denen eine Befreiung erfolgen soll, müssen grundsätzlich Teil des Abschlusszeugnisses sein. Teilzeugnisse, Scheine u.ä. gelten daher i.d.R. nicht als gleichwertig.


Die Befreiung muss vor Beginn des jeweiligen Prüfungsteiles beantragt werden.
Unter diesen Voraussetzungen kann eine Befreiung in maximal zwei Fächern erfolgen: Maximal in einem der beiden Fächer des Prüfungsteiles A – "Erstellen einer Kosten- und Leistungsrechnung und zielorientierte Anwendung" oder "Finanzwirtschaftliches Management" – sowie ggf. im Fach "Internationale Rechnungslegung – Grundlagenteil".