Blog

Einkommensteuer | Behandlung der Bahncard 100 (Bundesregierung)

Die Bundesregierung hat auf eine Kleine Anfrage der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen (BT-Drucks. 19/4161) u.a. zur einkommensteuerrechtlichen Behandlung der Bahncard 100 geantwortet (BT-Drucks. 19/4798).

Die Bundesregierung fĂŒhrte hierzu u.a. aus:

  • Beim Arbeitgeber sind die Aufwendungen fĂŒr eine betrieblich verwendete Bahncard 100 als Betriebsausgaben abzuziehen. Zum Nachweis der Veranlassung von Betriebsausgaben/Werbungskosten gelten die allgemeinen ertragsteuerlichen GrundsĂ€tze.
  • Bei der Überlassung einer BahnCard 100 durch den Arbeitgeber zur privaten Nutzung sowie fĂŒr Fahrten zwischen Wohnung und erster TĂ€tigkeitsstĂ€tte des Arbeitnehmers ist der Nutzungsvorteil als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu behandeln. Bei Überlassung der BahnCard 100 fĂŒr Dienstreisen liegt ein ĂŒberwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers und damit kein steuerbarer Arbeitslohn vor.
  • Von einer Überlassung der BahnCard 100 im ĂŒberwiegend eigenbetrieblichen Interesse (dann kein steuerbarer Arbeitslohn) kann aus VereinfachungsgrĂŒnden bereits dann ausgegangen werden, wenn nach einer Prognose zum Zeitpunkt der Hingabe der Bahncard die ersparten Kosten fĂŒr Einzelfahrscheine, die im Rahmen der AuswĂ€rtstĂ€tigkeit (z. B. nach Reiserichtlinie) ohne Nutzung der BahnCard wĂ€hrend deren GĂŒltigkeitsdauer anfallen wĂŒrden, die Kosten der BahnCard erreichen oder ĂŒbersteigen (prognostizierte Vollamortisation).
  • In diesem Fall ist die private Nutzungsmöglichkeit oder die Nutzung fĂŒr die Fahrten zwischen Wohnung und erster TĂ€tigkeitsstĂ€tte des Arbeitnehmers unbeachtlich. Tritt die prognostizierte Vollamortisation aus unvorhersehbaren GrĂŒnden (z. B. Krankheit) nicht ein, wird das ĂŒberwiegend eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers bei Hingabe der BahnCard hierdurch nicht berĂŒhrt. Es ist keine Nachversteuerung vorzunehmen.
  • Erreichen die durch die Nutzung der ĂŒberlassenen BahnCard 100 ersparten Fahrtkosten, die im Rahmen der AuswĂ€rtstĂ€tigkeit ohne Nutzung der BahnCard wĂ€hrend deren GĂŒltigkeitsdauer anfallen wĂŒrden, nach der Prognose zum Zeitpunkt der Hingabe der BahnCard deren Kosten voraussichtlich nicht vollstĂ€ndig (Prognose der Teilamortisation), liegt die Überlassung der BahnCard nicht im ĂŒberwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers. Die Überlassung der BahnCard stellt in diesem Fall zunĂ€chst in voller Höhe steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.
  • Die wĂ€hrend der GĂŒltigkeitsdauer der BahnCard durch deren Nutzung fĂŒr dienstliche Fahrten ersparten Fahrtkosten können dann monatsweise oder auch am Ende des GĂŒltigkeitszeitraums als Korrekturbetrag den steuerpflichtigen Arbeitslohn mindern. FĂŒr die Höhe des Korrekturbetrags können aus VereinfachungsgrĂŒnden – anstelle einer quotalen Aufteilung (Nutzung zu dienstlichen Zwecken im VerhĂ€ltnis zur Gesamtnutzung) – auch hier die ersparten Kosten fĂŒr Einzelfahrscheine, die im Rahmen der AuswĂ€rtstĂ€tigkeit ohne Nutzung der BahnCard wĂ€hrend deren GĂŒltigkeitsdauer angefallen wĂ€ren, begrenzt auf die Höhe der tatsĂ€chlichen Kosten der BahnCard, zugrunde gelegt werden.

Hauptbezug: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen, BT-Drucks. 19/4798 (Ls)

Verwandte Artikel:

  • Schönfeld/Plenker, BahnCard, Lexikon, NWB DokID: GAAAD-14317
  • Stier, Überlassung einer BahnCard an Arbeitnehmer, Beilage zu NWB 51/2017 S. 20, NWB DokID: SAAAG-64836

Diese Seminare könnten Sie interessieren:

Kontakt
Wir sind fĂŒr Sie da

Haben Sie nicht etwas vergessen?

Kein Problem! Wir haben Ihren Warenkorb fĂŒr Sie gespeichert!
Nur noch ein paar Klicks und schon kommen Sie Ihrem Weiterbildungsziel ein StĂŒck nĂ€her.
 
Sind Sie sich noch unsicher oder benötigen Beratung? Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren! Wir beraten Sie gern und klÀren alle offenen Fragen.

Nichts mehr verpassen!

Angebote, regelmĂ€ĂŸige Infos und Tipps zum Thema Weiterbildung & Karriere  - Bleiben Sie mit unserem Newsletter immer auf dem Laufenden. Jetzt anmelden!