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Einkommen-/Umsatzsteuer | Behandlung von Kryptowährungseinheiten (Bundesregierung)

Die Bundesregierung hat zur Frage Stellung genommen, wie das sog. Mining und die Verwendung von per Mining gewonnenen Kryptowährungseinheiten umsatz- und ertragsteuerlich behandelt werden und wie der An- und Verkauf bzw. der Tausch von Kryptowährungseinheiten und digitalen Token in andere Kryptowährungseinheiten und digitale Token umsatz- und ertragsteuerlich behandelt wird.

Hierzu führt der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Michael Meister weiter aus:

  • Handelt es sich beim Mining von Kryptowährungen um eine gelegentliche Tätigkeit, kann es sich um EinkĂĽnfte aus sonstigen Leistungen i.S. des § 22 Nummer 3 EStG handeln. Diese sind erst ab einer Höhe von 256 € im Kalenderjahr einkommensteuerpflichtig.
  • Der Tausch oder RĂĽcktausch von Kryptowährung in Euro oder eine andere Kryptowährung innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung fĂĽhrt zu einem privaten VeräuĂźerungsgeschäft i.S. des § 23 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 EStG.
  • Werden Kryptowährungen im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht angeschafft oder hergestellt, sind Gewinne aus der VeräuĂźerung oder dem Tausch der Kryptowährung im Rahmen der EinkĂĽnfte aus Gewerbebetrieb zu erfassen. Die Kosten fĂĽr das Mining der Kryptowährungen sind als Betriebsausgaben abzugsfähig.
  • Die umsatzsteuerrechtliche Behandlung des Umtauschs von Bitcoin in eine konventionelle Währung hat der EuGH mit seiner Entscheidung vom 22.10.2015 - C-264/14, Hedqvist geklärt. Danach handelt es sich bei dem Umtausch konventioneller (gesetzlicher) Währungen in Einheiten der virtuellen Währung „Bitcoin“ und umgekehrt um eine Dienstleistung gegen Entgelt, die unter die Steuerbefreiung nach Artikel 135 Absatz 1 Buchstabe e MwStSystRL fällt.
  • Die Verwendung von Bitcoin wird der Verwendung von konventionellen Zahlungsmitteln gleichgesetzt, soweit sie keinem anderen Zweck als dem eines reinen Zahlungsmittels dienen. Die Hingabe von Bitcoin zur bloĂźen Entgeltentrichtung ist somit nicht steuerbar.
  • Die umsatzsteuerrechtliche Behandlung des Mining ist noch nicht abschlieĂźend geklärt. Die Europäische Kommission hat hierzu bereits Erörterungen im Mehrwertsteuerausschuss angestoĂźen, die aber noch nicht abgeschlossen sind.

Quelle: BT-Drucks. 19/370 v. 05.01.2018, Antwort auf die Frage 25 der Abgeordneten Lisa Paus (BĂśNDNIS 90/DIE GRĂśNEN) (il)

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