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Angst vor der Bilanzbuchhalter-Prüfung? Nicht mit uns!

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Die neue "RVO 2015" ist nun mittlerweile für alle Prüflinge gültig. Doch, was steckt dahinter? Was ist neu? Wir klären auf!

Die Prüfung zum Bilanzbuchhalter IHK nach neuer Prüfungsordnung

"Wer A sagt, muss auch B sagen" heißt es. Das gilt auch in der Weiterbildung. In der Regel folgt im Anschluss eines Lehrgangs auch eine entsprechende Prüfung. Seit 2015 gilt für die angehenden Bilanzbuchhalter eine neue Rechtsverordnung. Die alte Rechtsverordnung lief mit der letzten Prüfung im Frühjahr 2019 aus.
Aufgrund ausgiebiger Änderungen sowie des unterschiedlich langen Erfahrungshorizonts mit der neuen Verordnung sind auch die Erkenntnisse der Prüfungsausschüsse noch uneinheitlich. Dies sorgt bei vielen Prüflingen für Verunsicherung.

Während in Folge der letzten Änderung in 2007 das Themenfeld „Führung und Kommunikation“ lediglich als Zusatzqualifikation zum Bilanzbuchhalterabschluss optional abgelegt werden konnte, so ist das Thema mit dem Fach „Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit“ nun Pflichtbestandteil.
Diese Aktualisierung soll den wachsenden Anforderungen, welche an Bilanzbuchhalter in der Praxis gestellt werden, Rechnung tragen.
Der nachfolgende Beitrag dient als Orientierungshilfe für alle Lehrgangsteilnehmer und die, die es werden wollen. Mit uns, sind Sie vor allen Überraschungen gefeit.

Gliederung der Prüfung

Der Abschluss „Geprüfter Bilanzbuchhalter“ ist im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) dem Niveau 6 zuzuordnen, was als gleichwertig anzusehen ist mit dem akademischen Bachelor-Abschluss. Dadurch erhält man neben dem IHK-Abschlusszeugnis auch die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung. Diese bietet einem zusätzliche die Möglichkeit, ein weiterführendes Hochschulstudium abzulegen. Somit zählt die Bilanzbuchhalterprüfung zwar zu den anspruchsvollsten Fortbildungsprüfungen Deutschlands, stellt im Gegenzug aber auch einen der am höchsten angesehenen Abschlüsse dar.
Die Prüfung zum Bilanzbuchhalter findet deutschlandweit jeweils an zwei Terminen sowohl im Frühjahr als auch im Herbst statt und gliedert sich in einen schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil.

1. Schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung lässt sich unterteilen in drei separate Aufgabenstellungen mit jeweils einem anderen fachlichen Schwerpunkt: Jahresabschluss (HGB/IFRS), Jahresabschlussanalyse und Steuern. Dabei beziehen sich alle drei Klausuren auf die Beschreibung einer betrieblichen Situation. Ergänzend dazu werden die Themengebiete Finanzen, Kosten- und Leistungsrechnung, internes Kontrollsystem sowie Kommunikation, Führung und Zusammenarbeit den drei Schwerpunkten passend zugeordnet und mitgeprüft. Den Prüfungsteilnehmern wird für jede Aufgabenstellung eine Bearbeitungszeit von 240 Minuten gewährt.

Merke

Bei der Bilanzbuchhalter IHK-Prüfung kommt es darauf an, das gelernte Fachwissen und die theoretischen Kenntnisse an konkreten Fällen anwenden zu können. Sinnvolle Lösungsansätze und nachvollziehbare Lösungswege bringen oft entscheidende Punkte. In vielen Fällen führt jedoch mangelnde Klausurtechnik dazu, dass Punkte verschenkt werden.

2. Mündliche Prüfung

Die Prüfungsergebnisse werden den Kandidaten ca 10-12 Wochen nach der schriftlichen Prüfung in Form der sog. Ergebnismitteilung schriftlich zugesandt.
Gleichzeitig erhalten die Kandidaten die Einladung zur mündlichen Prüfung inklusive Angaben zum/zur Prüfungsdatum und -uhrzeit. Die Einladung erfolgt spätestens sieben Tage vor dem mündlichen Prüfungstermin.
Die mündliche Prüfung setzt sich zusammen aus einer Präsentation (max. 15 Minuten) und einem unmittelbar anschließendem Fachgespräch (max. 30 Minuten). Auch wenn es im Bezug auf die neue Prüfungsordnung noch keine verlässlichen Daten gibt, scheint die mündliche Prüfung für viele Kandidaten eine größere Hürde darzustellen.

2.1 Präsentation

Die mündliche Bilanzbuchhalter-Prüfung beginnt traditionell mit dem Vortrag einer 15-minütigen Präsentation. Innerhalb dieses Prüfungsteils sollen die Teilnehmer ihre praktischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, in dem sie ein komplexes Problem in der betrieblichen Praxis erfassen, darstellen und lösen.
Dank der neuen Prüfungsordnung haben die Prüfungsteilnehmer nun einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren Vorgängern. Sie können nun das Thema der Präsentation selbst wählen und zu Hause vorbereiten. Dieser selbst gewählte Sachverhalt wird dann zusammen mit einer Gleiderung sowie einer Kurzbeschreibung zum Termin der dritten schriftlichen Prüfung bei der IHK eingereicht.

2.2 Themenwahl

Das von den Prüfungsteilnehmern gewählte Thema muss aus dem Handlungsbereich Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten“ stammen. Viele ausgesuchte Themen sind ungeeignet, da sie kein betriebliches Prolem in der Praxis beschreiben. Hier ist jedoch große Vorsicht geboten, da ein falsch gewähltes Thema das Nichtbestehen der Prüfung zur Folge haben könnte.

Viele Teilnehmer haben erhebliche Schwierigkeiten, ein geeignetes Thema zu formulieren,. Dabei kann es hilfreich sein, bei der Suche in mehreren Schritten vorzugehen.

  1. Wählen Sie eine geeignete Kennzahl aus (z.B Anlageintensität).
  2. Formulieren Sie ein Problem mit dieser ausgewählten Kennzahl

(z.B. wird beklagt, dass die ausgesuchte Kennzahl für einen möglichen Investor zu hoch sei)

  1. Bennen Sie einen Auftrag

(z.B. wurde Ihnen aufgelegt, die Anlageintensität zu analysieren)

  1. Lösung des Problems

2.3 Tipps Präsentation

  • Ziegen Sie zu Beginn der Präsentation ihre erarbeitete Gliederung. Für eine bessere Orientierung wäre es hilfreich, diese dauerhaft z.B. auf dem Flipchart eingeblendet zu lassen.
  • Machen Sie sich rechtzeitig Gedanken über die Auswahl des Themas. Dieses ist schon zum Termin der dritten schriftlichen Prüfungsleistung dem Prüfungsausschuss einzureichen. (Wichtig!)
  • Nutzen Sie geeignete Medien für Ihre Präsentation und erkundigen Sie sich bei der zuständigen IHK-Stelle, welche zur Verfügung stehen bzw. mitgebracht werden dürfen. (z.B. Beamer, Overheadprojektor, Pinnwand, Flipchart etc.). Nutzen Sie nur Medien, die sie letztendlich auch beherrschen.
  • Gestalten Sie Ihre Folien anschaulich und interessant. Diese sollen durch den Einsatz von Grafiken, Fotos und Logos Interesse wecken.
  • Für ein besseres Verständnis, stellen Sie den Prüfern während der Präsentation ein Handout zur Verfügung. Dieses soll die Nachvollziehbarkeit  der Kennzahlenberechnung erleichtern. Geben Sie dieses Handout jedoch erst aus, wenn Sie auch über diese Zahlen sprechen.
  • Treten Sie selbstsicher auf und sprechen Sie während der Präsentation deutlich und ruhig. Damit vermitteln Sie dem Ausschuss Sicherheit und den Eindruck, dass Sie die Materie beherrschen. Denn neben dem Inhalt wird auch die Kommunikationsfähigkeit von den Prüfern bewertet.
  • Bauen Sie wenn möglich eine clevere Überleitung zum Fachgespräch ein. So können Sie zum Beispiel am Ende der Präsentation fragen, ob Anmerkungen zu den dargelegten Ausführungen bestehen.

 

3. Fachgespräch

Unmittelbar nach der gehaltenen Präsentation erfolgt das ca. 30-minütige Fachgespräch. Im Fachgespräch sind neben dem Handlungsbereich „Jahresabschlüsse aufbereiten und auswerten“ mind. zwei weitere Handlungsbereiche zusätzlich einzubeziehen.

4. Bewertung

Nach der neuen Prüfungsordnung hat das Fachgespräch gegenüber der Präsentation klare Priorität. Daher geht die Bewertung der Präsentation nur zu einem Drittel in die Endnote der mündlichen Prüfung ein. Die Gesamtnote des geprüften Bilanzbuchhalters wird aus dem arithmetischen Mittel der schriftlichen und mündlichen Prüfung ermittelt.

 

 

Präsentation

Fachgespräch

Eröffnung

  • Vorstellen, Begrüßung
  • Thema/konkretes Ziel genannt
  • Ablauf, Inhalt kurz vorgestellt

Hauptteil

  • Thema überzeugend und prägnant dargestellt
  • Analyse und Einordnung des betrieblichen Handlungsauftrages
  • Entwicklung und Strukturierung eines Lösungsweges

Zusammenfassung

  • Kernaussagen zusammengestellt
  • Wurde Ziel innerhalb des zeitlichen Rahmens erreicht

Medieneinsatz

  • Medien angemessen gewählt
  • Handhabung
  • Lesbarkeit/Visualisierung angemessen
  • Stimme (Lautstärke, Stimmlage)
  • Artikulation (Ausdruck, Sprachtempo)
  • Körpersprache (Blickkontakt, offene Gestik, Mimik, Haltung)
  • Wurde Interesse geweckt?
 

Fachwissen

  • Problemerfassung
  • Einbringung fachlicher Berufserfahrung
  • Praxisorientierte Anwendung
  • Argumentation und Begrüßung

Gesprächsführung

  • Zielstrebige Abwicklung der Aufgabenstellung
  • Behandlung von Einwänden
  • Rhetorik, z.B. Stimme, Artikulation, Körpersprache
  • Situationsbezogene Verständigung/Aussagen
  • Kommunikationsverhalten aktiv/passiv
 

Abb.: vgl. DIHK-Informationen zur Präsentation und zum Fachgespräch bei kaufm. Fortbildungsprüfungen für Prüfungsteilnehmer, Bildungsträger und Dozenten, S. 4
 

Wir bieten Ihnen verschiedene Lehrgänge an, die Sie optimal auf die speziellen Anforderungen an die Bilanzbuchhalter-Prüfung vorbereiten:

5. Vorbereitungslehrgänge

Sie können und wollen sich ganz aus dem Berufsalltag zurückziehen? Ideal, wenn Sie kompakt am Stück lernen möchten

Sie haben unter der Woche neben Ihrem Job oder der Familie keine Zeit? Lernen Sie konzentriert am Wochenende

Unterricht ist jeweils an zwei Abenden in der Woche. Dies ermöglicht Ihnen, die freie Zeit an den Wochenenden flexibel für die Vertiefung und Nacharbeit nutzen

Fernlehrgang

Sie möchten selbst entscheiden, wann und wo Sie lernen? Der Fernlehrgang bietet Ihnen volle zeitliche und örtliche Flexibilität


6. Intensivlehrgänge

Bereiten Sie sich abschließend gezielt auf die Anforderungen der schriftlichen Prüfung vor. So sind Sie optimal vorbereitet

Klausurtraining wann und wo Sie wollen: Lernen Sie zu Hause am Laptop oder flexibel unterwegs in der Bahn mit dem Tablet oder Smartphone. Wir bringen die Klausurvorbereitung dorthin, wo Sie sind.

Dieser Lehrgang macht Sie fit für die mündliche Prüfung. Die ideale Vorbereitung auf die Präsentation und das Fachgespräch

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